Überblick
23. April 2007
An der Alderney-Begegnung waren zwei Verkehrspiloten und mehrere Passagiere beteiligt, die bei Tageslicht ungewöhnliche gelbe oder weißliche Objekte nahe den Kanalinseln meldeten.
Captain Ray Bowyer, der ein Passagierflugzeug von Aurigny Air Services von Southampton nach Alderney flog, sah zunächst ein hell leuchtendes Objekt vor seinem Flugzeug. Durch ein Fernglas beschrieb er eine abgeflachte oder längliche Form mit einem dunklen Band. Später beobachtete er ein zweites, offenbar ähnliches Objekt.
Ein zweiter Pilot, Patrick Patterson, meldete ein ungewöhnliches Licht aus einem anderen Flugzeug und von einer anderen Beobachtungsposition. Mehrere Passagiere an Bord von Bowyers Flugzeug sahen ebenfalls helle Objekte, ihre Beschreibungen waren jedoch weniger detailliert.
Mitarbeiter der Flugsicherung zeichneten den Funkverkehr in Echtzeit auf. Die Radaroperatoren erhielten keine starke, eindeutig zuordenbare Spur, obwohl ein schwaches Primärecho erörtert und möglicherweise als meteorologisch eingestuft wurde.
Eine ausführliche zivile Studie untersuchte atmosphärische Optik, Reflexionen, Flugzeuge, Ballons und andere Möglichkeiten. Sie kam zu dem Schluss, dass mehrere konventionelle Erklärungen Schwächen hatten und die Objekte nicht abschließend identifiziert werden konnten.
Historischer Kontext
Bis 2007:
- Zivilpiloten meldeten unbekannten Verkehr routinemäßig über Flugsicherheitskanäle.
- Die Kanalinseln lagen unter aktiven Routen des Verkehrs- und allgemeinen Luftverkehrs.
- Das Wetter über dem Ärmelkanal konnte Dunst, geschichtete Wolken und ungewöhnliche Brechung erzeugen.
- Das britische Verteidigungsministerium berücksichtigte UFO-Meldungen im Allgemeinen nur, wenn sie für die nationale Sicherheit relevant schienen.
- Die Radarsysteme der Region waren auf Flugzeuge und nicht auf jedes schwache oder stationäre atmosphärische Ziel optimiert.
Die Begegnung fand bei Tageslicht statt, wodurch ein Teil der Mehrdeutigkeit isolierter Nachtlichter entfiel.
Zeitleiste
Etwa 14:00 Uhr, 23. April 2007
Bowyer flog eine Britten-Norman Trislander nach Alderney.
Er sah vor sich ein intensives Licht und erwog zunächst, ob es sich handeln könnte um:
- Von einem Flugzeug reflektiertes Sonnenlicht.
- Eine helle atmosphärische Erscheinung.
- Ein Objekt nahe dem Horizont.
Beobachtung mit dem Fernglas
Bowyer benutzte ein Fernglas.
Er beschrieb das Hauptobjekt als:
- Leuchtend gelb oder weiß.
- Abgeflacht, länglich oder zigarrenförmig.
- Mit scharf abgegrenzten Enden.
- Mit einem dunkelgrauen oder schwarzen Band.
- Stationär oder sehr langsam bewegt.
- Mit zunehmender scheinbarer Winkelgröße, als sein Flugzeug näher kam.
Er schätzte, es befinde sich nahe oder jenseits von Alderney, obwohl die tatsächliche Entfernung unbekannt war.
Zweites Objekt
Bowyer meldete ein zweites ähnliches Objekt weiter südwestlich.
Es erschien kleiner, was er als größere Entfernung deutete.
Beobachtungen der Passagiere
Berichten zufolge sahen die Passagiere John und Kate Russell sowie andere eines oder beide Lichter.
Ihre Beobachtungen stützten die Anwesenheit ungewöhnlicher heller Objekte, bestätigten aber Bowyers detaillierte Form- oder Größenschätzungen nicht unabhängig.
Zweites Flugzeug
Der Blue-Islands-Pilot Patrick Patterson, der nahe Sark flog, wurde gebeten, in Richtung des gemeldeten Gebiets zu schauen.
Er beobachtete ungefähr in der erwarteten Richtung ein ungewöhnliches Licht oder Objekt.
Sein Bericht lieferte geografisch getrennte Bestätigung, war aber weniger strukturiert als Bowyers Beschreibung.
Flugsicherung
Der Lotse Paul Kelly kommunizierte mit beiden Piloten.
An der von Bowyer geschätzten Position wurde kein starkes konventionelles Radarziel gefunden.
Ein schwaches Primärecho wurde bemerkt, aber als wahrscheinlich meteorologisch eingestuft und konnte nicht sicher mit den visuellen Beobachtungen verknüpft werden.
Nach der Landung
Bowyer reichte einen Luftfahrtbericht ein.
Das Verteidigungsministerium lehnte eine größere Untersuchung ab, teilweise weil das Ereignis offenbar keine Verteidigungsbedrohung darstellte und nahe dem von Frankreich kontrollierten Luftraum stattfand.
Wichtigste Zeugen
A. Captain Ray Bowyer
Verkehrspilot.
Meldete:
- Zwei Objekte bei Tageslicht.
- Ein strukturiertes längliches Erscheinungsbild.
- Dunkle Bänder.
- Lange Sichtbarkeit.
- Zunehmende Winkelgröße.
- Keine Merkmale eines gewöhnlichen Flugzeugs.
Bowyer gab zunächst sehr große Größenschätzungen ab, doch diese beruhten auf angenommener Entfernung und nicht auf gemessener Distanz.
B. Patrick Patterson
Verkehrspilot in einem getrennten Flugzeug.
Meldete ein ungewöhnliches Licht in dem von der Flugsicherung angegebenen allgemeinen Gebiet.
Seine Beobachtung ist wichtig, weil sie von einem anderen Ort aus erfolgte.
Patterson bestätigte jedoch nicht zwingend jedes von Bowyer beschriebene Merkmal.
C. John und Kate Russell
Passagiere in Bowyers Flugzeug.
Meldeten helle Objekte oder Lichter außerhalb des Flugzeugs.
Ihre Aussagen stützen einen gemeinsamen äußeren Reiz und nicht eine nur Bowyer betreffende private Sehstörung.
D. Paul Kelly
Fluglotse.
Zeichnete die Meldungen auf und koordinierte sie.
Kelly beobachtete die Objekte nicht visuell.
Seine Rolle liefert eine Echtzeitdokumentation und bestätigt, dass die Piloten das Ereignis meldeten, während es geschah.
Physische Belege
Zu den Belegen gehören:
- Aufgezeichneter Flugsicherungsfunk.
- Unterlagen der Civil Aviation Authority.
- Aussagen der Piloten.
- Aussagen der Passagiere.
- Radaraufzeichnungen.
- Flugwege.
- Wetter- und astronomische Daten.
- Spätere geometrische und atmosphärische Analyse.
Es wurde weder ein Foto noch ein Video aufgenommen.
Es wurde kein physisches Material geborgen.
Kein starker Radarkontakt wurde kontinuierlich mit den Objekten korreliert.
Kein Instrument bestimmte ihre Höhe, Entfernung oder Abmessungen.
Offizielle Untersuchung
Das britische Verteidigungsministerium prüfte den Erstbericht, führte jedoch keine große Untersuchung durch.
Die zivilen Forscher Jean-François Baure, David Clarke, Paul Fuller und Martin Shough führten später eine detaillierte Studie durch, die Folgendes nutzte:
- Piloteninterviews.
- Aussagen von Passagieren.
- ATC-Aufzeichnungen.
- Radarinformationen.
- Wetteraufzeichnungen.
- Rekonstruktion von Sichtlinien.
- Beratung durch Fachleute für Atmosphäre und Optik.
Ihr Bericht schloss mehrere vorgeschlagene Erklärungen aus oder schwächte sie, erhob jedoch keinen Anspruch auf ein außergewöhnliches Fahrzeug. Er sprach einigen atmosphärisch-optischen Theorien ein teilweises Potenzial zu, kam aber zu dem Schluss, dass keine Erklärung alle gemeldeten Merkmale schlüssig erfasste.
Von Flugzeugen reflektiertes Sonnenlicht
Stärken:
- Reflexionen von Flugzeugen können äußerst hell sein.
- Ein entferntes Flugzeug, das nahezu frontal gesehen wird, kann stationär erscheinen.
- Blendung kann Flügel und Leitwerk verdecken.
- Zwei Flugzeuge könnten zwei getrennte Objekte erklären.
Schwächen:
- Bowyer beobachtete die Objekte mehrere Minuten lang.
- Er berichtete von scharf begrenzten länglichen Formen und dunklen Bändern.
- Weder auf Radar noch in Flugaufzeichnungen wurden passende Flugzeuge identifiziert.
- Pattersons unabhängige Sicht würde eine kompatible Geometrie erfordern.
Atmosphärische Brechung oder Luftspiegelungen
Stärken:
- Geschichtete Luft über dem Meer kann entfernte Objekte verzerren.
- Temperaturinversionen können Bilder vergrößern oder verdoppeln.
- Helle Reflexionen von entfernten Wolken, Meer oder Land können schwebend erscheinen.
- Eine Luftspiegelung könnte horizontale Streckung und dunkle innere Bänder erklären.
- Die Umgebung des Ärmelkanals begünstigt ungewöhnliche optische Ausbreitung.
Schwächen:
- Kein bestimmtes Ausgangsobjekt wurde abschließend identifiziert.
- Berichten zufolge veränderte sich das Erscheinungsbild, als Bowyer näher kam.
- Zwei scheinbar getrennte Objekte aus unterschiedlichen Beobachtungspositionen zu erklären, ist schwierig.
- Die Objekte wirkten heller und schärfer abgegrenzt als viele gewöhnliche Luftspiegelungen.
Von Gewächshäusern oder Oberflächenmerkmalen reflektiertes Sonnenlicht
Stärken:
- Große Gewächshausanlagen oder reflektierende Flächen können intensive Lichtblitze erzeugen.
- Brechung kann eine bodengebundene Reflexion anheben oder verzerren.
- Ein dunkles Band könnte Landschaft oder Wolkenschichten darstellen.
Schwächen:
- Die Geometrie wurde nicht schlüssig zugeordnet.
- Reflexionen ändern sich normalerweise rasch mit dem Beobachtungswinkel.
- Die Lichter schienen sich am freien Himmel zu befinden.
Linsenförmige oder ungewöhnliche Wolken
Stärken:
- Glatte Wolken können fest und länglich erscheinen.
- Sonnenlicht kann helle Ränder und innere Schattenbänder erzeugen.
- Wolken können relativ zum Gelände stationär erscheinen.
Schwächen:
- Bowyer beschrieb ein kompaktes Objekt und keine diffuse Wolke.
- In den verfügbaren Wetterbeobachtungen wurde keine passende Wolkenformation erkannt.
- Die Helligkeit war ungewöhnlich stark.
Große Ballons oder Luftschiffe
Stärken:
- Ballons können nahezu stationär bleiben.
- Ihre Hüllen können länglich erscheinen.
- Sonnenlicht erzeugt starke Glanzlichter.
- Schwache Radarechos sind möglich.
Schwächen:
- Kein passender Ballonflug wurde identifiziert.
- Bowyers scheinbare Größenschätzungen würden ein sehr großes Objekt erfordern, wenn die angenommene Entfernung stimmte.
- Das gemeldete dunkle Band und die Leuchtkraft bleiben unvollständig erklärt.
Argumente von UAP-Forschern
Befürworter betonen:
- Zwei Verkehrspiloten.
- Bestätigung durch Passagiere.
- Beobachtung bei Tageslicht.
- Beobachtung mit Fernglas.
- ATC-Aufzeichnungen in Echtzeit.
- Beobachtung aus getrennten Flugzeugen.
- Keine zufriedenstellende Identifizierung als Flugzeug oder Ballon.
- Lange Dauer.
Vorsichtigere Forscher betonen, dass die scheinbar enorme Größe aus der Annahme entstand, die Objekte seien viele Kilometer entfernt gewesen.
Ein kleineres Objekt oder optisches Bild in anderer Entfernung würde die Größenberechnung grundlegend ändern.
Moderne historische Bewertung
Der Alderney-Fall ist eine starke ungeklärte Tageslichtbeobachtung, weil sie in Echtzeit dokumentiert wurde und mehrere Beobachter umfasste.
Die Belege zeigen, dass ungewöhnliche helle Phänomene gesehen wurden.
Sie belegen nicht:
- Ihre Entfernung.
- Ihre physische Größe.
- Ob es feste Objekte waren.
- Ob beide Piloten exakt dasselbe Phänomen sahen.
- Außergewöhnliche Beschleunigung oder Manöver.
Atmosphärische Optik bleibt eine ernsthafte Möglichkeit, insbesondere weil die Beobachtungen über Wasser und nahe geschichteter Wolken und Dunst stattfanden.
A. Keine Entfernung voraussetzen
Befanden sich die Objekte nahe Alderney, über der französischen Küste oder viel näher am Flugzeug?
Wie verändert jede Entfernungsannahme ihre geschätzte Größe?
B. Die beiden Flugzeuge korrelieren
Schneiden sich Bowyers und Pattersons Peilungen an einer physischen Position?
Könnten beide unterschiedliche Reflexionen oder Wolkeneffekte gesehen haben?
C. Radargrenzen untersuchen
Würde ein stationäres Objekt oder eines mit geringem Radarquerschnitt zwingend erscheinen?
War das schwache Primärecho geometrisch kompatibel?
D. Atmosphärische Brechung modellieren
Welche Temperatur- und Feuchtigkeitsschichten lagen vor?
Könnte eine entfernte Oberflächen- oder Wolkenreflexion ins Sichtfeld angehoben worden sein?
E. Helligkeit von Struktur trennen
Könnten Blendung und Fernglasoptik das gemeldete dunkle Band und die scharfen Kanten erzeugen?
Forschungsdokumentation
- Zeitraum: 2007
- Zeugenprofil: Flugbesatzungen als Zeugen
- Beweisprofil: Visueller Pilotenfall
- Erfasste Zeugen: 2
- Fallgruppen: alle, Militärpilot
- Ausführliche Zeitleiste: Nicht separat erfasst
Vorschläge zur Beweisanalyse
Diese Prüfpunkte definieren die Behauptungen, die Grenzen der Aktenlage, konkurrierende Erklärungen und Beweisfragen, die vor einer Schlussfolgerung geprüft werden sollten.
- Vergleichen Sie Bowyers Bericht mit anderen Besatzungen und dem Luftverkehrskontext.
- Bewerten Sie die Unsicherheit der Entfernungsschätzung über Wasser und anhand von Horizontreizen.
- Prüfen Sie, wie meteorologische Bedingungen scheinbare Größe und Position beeinflusst haben könnten.
UAPRAD trennt zeitgenössische Aufzeichnungen, zurechenbare Zeugenaussagen, physische oder sensorische Belege, spätere Erinnerungen und interpretierende Kommentare. Die Seite bewahrt Unsicherheit, wenn die Aktenlage unvollständig ist, und behandelt eine fehlende Identifizierung als Forschungsstatus statt als Beweis für eine bestimmte Erklärung.
Zitate und Quellenlinks
Die Quellen sind aufgeführt, damit Leser Primärdokumente, institutionelle Unterlagen, Zeugenaussagen, journalistische Beiträge und spätere Kommentare voneinander unterscheiden können.
Primärquelle
- Berichte der Civil Aviation Authority.
- ATC-Funkaufzeichnungen und Transkripte.
- Radaraufzeichnungen.
- Aussagen von Ray Bowyer und Patrick Patterson.
- Passagierinterviews.
- Flugweg- und Wetteraufzeichnungen.
Sekundärquelle
- Baure, Clarke, Fuller und Shough, Report on Aerial Phenomena Observed near the Channel Islands.
- David Clarkes historische Forschung.
- Zeitgenössische BBC- und britische Zeitungsberichte.
- Analysen atmosphärischer Optik.
Gesamtbewertung
Die Alderney-Begegnung ist eine gut dokumentierte ungeklärte Luftfahrtbeobachtung.
Die mehreren Beobachter und Tageslichtbedingungen machen eine einfache Erfindung unwahrscheinlich. Ohne Entfernungsdaten bleiben scheinbare Größe und Position der Objekte jedoch unsicher.
Ein ungewöhnliches atmosphärisch-optisches Phänomen ist plausibel, doch kein Modell hat alle Beobachtungen schlüssig erklärt. Der Fall bleibt nicht identifiziert, ohne exotische Technologie nachzuweisen.