Überblick
2005 ersetzte das Centre national d’études spatiales (CNES) SEPRA durch die Groupe d’Études et d’Information sur les Phénomènes Aérospatiaux Non identifiés (GEIPAN). CNES beschreibt den Wechsel in seiner institutionellen Geschichte als Umstrukturierung, die der Präsident der Agentur nach einer Prüfung von SEPRA anordnete. Das zusätzliche “I” für Information brachte neben den etablierten Aufgaben der Sammlung, Analyse und Archivierung von Meldungen über unidentifizierte Luft- und Raumfahrtphänomene (PAN) einen neuen Anspruch auf öffentliche Transparenz zum Ausdruck.
Die Reform ging aus einer Ende 2001 vom CNES-Management veranlassten Prüfung hervor. Diese stellte fest, dass SEPRA wertvolle Archive, Meldeprotokolle und Untersuchungserfahrung bewahrte, jedoch mit sehr wenig Personal und eingeschränkten Möglichkeiten für Analyse, externe Zusammenarbeit und öffentliche Kommunikation arbeitete. Empfohlen wurden die Fortsetzung der Tätigkeit innerhalb von CNES, ein Lenkungsausschuss, klarere Untersuchungsaufgaben, engere Verbindungen zu wissenschaftlichen und operativen Partnern sowie erneute Publikation und öffentlicher Zugang.
Mitte 2005 hatte CNES die neue Struktur und ihr Aufsichtsgremium COPEIPAN beschlossen. Dessen konstituierende Sitzung fand laut Tätigkeitsbericht 2006–2007 am 22. September 2005 statt. GEIPAN blieb eine kleine CNES-Einheit, doch die Reform schuf ein klareres Steuerungsmodell: Ein unabhängiger Lenkungsausschuss sollte Prioritäten und Beziehungen zu öffentlichen Stellen prüfen; für schwierige Fälle konnte ein multidisziplinäres Expertennetz hinzugezogen werden. Das erste große Transparenzprojekt, die systematische Veröffentlichung von Fallakten, folgte 2007 und wird als eigener historischer Meilenstein behandelt.
Chronologie
1977 CNES gründete GEPAN.
1988 SEPRA löste GEPAN ab.
2005 CNES gründete GEIPAN als Nachfolger von SEPRA.
Kontext und Auftrag
Hintergrund: SEPRA hatte eine institutionelle Grenze erreicht
Die Reform von 2005 ist als Ergebnis einer längerfristigen Schrumpfung des offiziellen französischen PAN-Programms zu verstehen. Das 1977 gegründete GEPAN hatte die Sammlung von Meldungen ursprünglich mit Methodenentwicklung, wissenschaftlichen Studien und der Aufsicht durch einen wissenschaftlichen Beirat verbunden. In den frühen 1980er-Jahren wurden seine Ressourcen gekürzt; im November 1988 ersetzte es SEPRA, ein kleinerer Dienst, der die PAN-Arbeit mit der Überwachung atmosphärischer Wiedereintritte verband. Im Februar 2000 nahm CNES diese Überwachung aus dem Auftrag von SEPRA heraus und konzentrierte den Dienst wieder auf PAN-Informationen und die Zeugendatenbank.
Die spätere Prüfung beschreibt die praktischen Folgen deutlich. SEPRA bestand damals aus dem verantwortlichen Ingenieur Jean-Jacques Velasco und einer halbtags beschäftigten Sekretariatskraft. Die Zahl eingehender Meldungen war während eines Großteils der 1990er-Jahre relativ gering; Personalmangel begrenzte internationale Kontakte, neue Vorhaben und eine kontinuierliche Veröffentlichung. Dennoch verfügte SEPRA über erhebliche Werte: jahrzehntelange Papierarchive, eine im Aufbau befindliche Datenbank, etablierte Kanäle zur Gendarmerie, Polizei, Zivilluftfahrt und Luftwaffe sowie gesammelte Erfahrung bei der Untersuchung von Meldungen, die eine vertiefte Prüfung rechtfertigten.
Diese Verbindung aus wertvoller Infrastruktur und einem Dienst nahe seiner Mindestkapazität war das unmittelbare institutionelle Problem, das CNES untersuchen ließ. Die Agentur musste entscheiden, ob sie eine staatliche Fähigkeit mit einem einzigartigen nationalen Archiv und formellen Meldebeziehungen erhalten, neu organisieren oder beenden sollte.
Die SEPRA-Prüfung von 2001: die grundlegende Bestandsaufnahme
Das CNES-Management gab Ende 2001 eine Prüfung in Auftrag, um über die Zukunft der Tätigkeit zu entscheiden. Die erhaltene Zusammenfassung datiert den ursprünglichen Abschlussbericht auf den 30. November 2001. CNES/GEIPAN bezeichnete ihn später als “founding document” von GEIPAN, weil die 2005 geschaffene Struktur seinen zentralen institutionellen Empfehlungen folgte.
Die Prüfung schlug ein dreistufiges Modell für den Umgang mit PAN-Informationen vor. Eine “guichet”-Funktion sollte Meldungen entgegennehmen, archivieren und zunächst bewerten. Eine “analyse”-Funktion sollte vertiefte Untersuchungen organisieren und geeignete Labore oder Fachleute hinzuziehen. Eine Forschungsfunktion konnte vorgeschlagen werden, wenn ein hinreichend bestimmtes Problem ein eigenes FuE-Projekt rechtfertigte. Der erneuerte Dienst sollte sich operativ auf die ersten beiden Funktionen konzentrieren, jedoch weiterhin Forschung durch externe wissenschaftliche Einrichtungen anregen können.
Der Bericht verlangte außerdem eine formelle Steuerung. Empfohlen wurde ein kleiner Lenkungsausschuss mit Angehörigen der Natur- und Humanwissenschaften, operativen Stellen wie Gendarmerie und Luftfahrt sowie unabhängigen Persönlichkeiten. Er sollte Ziele setzen, die Qualität der Arbeit prüfen, die Beziehungen zu Behörden und Fachlaboren beaufsichtigen und die Programmausrichtung regelmäßig neu bewerten. Damit sollte eine multidisziplinäre Aufsicht wiederhergestellt werden, ohne die größere GEPAN-Struktur der späten 1970er-Jahre neu zu schaffen.
Die öffentliche Kommunikation gehörte zu den nachdrücklichsten Empfehlungen. Die damaligen Kommunikationsregelungen von SEPRA galten als unzureichend. Vorgeschlagen wurden neue technische Veröffentlichungen, eine eigene Website, teilweiser öffentlicher Datenbankzugang, klarere Antworten an Zeugen und Medien sowie eine einheitliche Kommunikationspolitik von CNES. Der Zweck war institutionell, nicht werbend: Der Dienst sollte seine Methoden darlegen, Ergebnisse veröffentlichen und die Intransparenz einer Tätigkeit verringern, die jahrelang kaum regelmäßig öffentlich berichtet hatte.
Warum CNES sich entschieden hat, die Aktivität fortzusetzen
Die Prüfung nannte zwei Hauptgründe, die PAN-Funktion bei CNES zu erhalten. Der erste war wissenschaftlicher Art: Ungewöhnliche Beobachtungen konnten eine rationale Untersuchung rechtfertigen, besonders wenn sie nach Prüfung gewöhnlicher Ursachen ungeklärt blieben und die Aktenlage eine Charakterisierung oder einen Vergleich erlaubte. Der zweite war staatsbürgerlich und operativ: Zeugen meldeten ungewöhnliche Ereignisse bereits den Behörden; der Staat brauchte daher eine sachkundige Stelle, die diese Meldungen bewerten und nützliche Informationen zurückgeben konnte.
Der Bericht sah CNES zudem als geeigneten institutionellen Träger. Die Agentur verfügte über technisches Fachwissen zu Raumfahrt, Bildgebung, Orbitalmechanik und atmosphärischen Phänomenen. Ihre etablierten Beziehungen zu anderen öffentlichen Stellen ermöglichten Zugang zu Daten, die eine private Gruppe nicht routinemäßig erhalten konnte. Ebenso wichtig war, dass Archiv und Meldenetz bereits innerhalb von CNES bestanden. Eine Verlagerung hätte diese Ressourcen zersplittern können.
Diese Überlegungen prägten die Reform. GEIPAN entstand als kleine operative Gruppe innerhalb von CNES, unterstützt durch externe Fachkenntnis und beaufsichtigt durch eine Steuerungsstruktur, welche die datenliefernden oder operativ betroffenen Behörden zusammenführen konnte.
Dokumentenanalyse
Die Umstrukturierung von 2005: von SEPRA zu GEIPAN
Nach der heutigen Institutionsgeschichte von CNES beschloss dessen Präsident 2005 infolge der Prüfung, die Tätigkeit umzustrukturieren und SEPRA durch GEIPAN zu ersetzen. Der Name knüpfte bewusst an GEPAN an und ergänzte “Information”. Dies war das sichtbarste Zeichen der Reform: Öffentliche Kommunikation wurde von einer gelegentlichen Nebenaufgabe zu einem erklärten Programmzweck.
Der Wechsel beseitigte zudem eine von SEPRA geerbte Unklarheit. In der SEPRA-Zeit hatte das Akronym wegen der veränderten Aufgabe zur Überwachung atmosphärischer Wiedereintritte unterschiedliche Auflösungen, während die Öffentlichkeit die Einheit vor allem mit PAN-Meldungen verband. GEIPAN nahm den Gegenstand des Dienstes wieder unmittelbar in den Namen auf und verband ihn mit Untersuchung und Information. So entsprach der Name dem institutionellen Modell nach der Prüfung genauer als SEPRA in den frühen 2000er-Jahren.
Jacques Patenet leitete GEIPAN in den ersten Jahren der neuen Struktur. Der Präsident von CNES setzte den Aufsichtsausschuss COPEIPAN — Comité de Pilotage pour l’Étude et l’Information sur les Phénomènes Aérospatiaux Non identifiés — ein, um die Programmaktivitäten zu beaufsichtigen und das CNES-Management zur Ausrichtung zu beraten. Yves Sillard, ehemaliger Generaldirektor von CNES und jener Amtsträger, der GEPAN 1977 angestoßen hatte, wurde erster Vorsitzender.
COPEIPAN: Wiederherstellung der Aufsicht und institutionellen Koordination
Der Ausschussbericht 2006–2007 hält fest, dass die Einrichtung des Lenkungsausschusses Mitte 2005 beschlossen wurde und seine konstituierende Sitzung am 22. September stattfand. Ihm gehörten Vertreter von Luftwaffe, Zivilluftfahrt, Gendarmerie, Wetterdienst, Polizei und Zivilschutz, des CNES-Managements sowie persönlich berufene Wissenschaftler an; später kam ein Vertreter der DGA hinzu. Der Ausschuss sollte die Aktivitäten von GEIPAN lenken, die vertretenen Organisationen koordinieren und CNES Empfehlungen geben. Die operative Verantwortung verblieb beim CNES-Management.
Diese Steuerungsebene war einer der deutlichsten institutionellen Unterschiede zum späten SEPRA. Operative Stellen erhielten einen formellen Weg, Meldeprotokolle mitzugestalten und Daten auszutauschen; wissenschaftliche Mitglieder konnten Methodik und analytische Prioritäten prüfen. Zugleich entstand eine externe Kontrolle des sehr kleinen internen Teams, wodurch das Programm weniger von den Ansichten oder Kapazitäten einer einzelnen Leitungsperson abhing.
Der frühe Ausschuss beschränkte sich nicht auf Verwaltungssitzungen. Seine ersten beiden Jahre umfassten Anhörungen von Fachleuten und Forschern, die Prüfung von Meldevereinbarungen, die Entwicklung einer Politik für öffentliche Freigaben und die Genehmigung einer multidisziplinären Expertengruppe. Die Reform von 2005 wurde demnach als Wandel von Steuerung und Netzwerk umgesetzt, nicht nur als neuer Name für das bestehende Büro.
Ein multidisziplinäres Expertennetzwerk
Eine praktische Schwäche laut Prüfung bestand darin, dass PAN-Fälle ein breiteres Fachspektrum erfordern konnten, als eine kleine ständige Einheit intern abdecken konnte: etwa Astronomie, Bildanalyse, Meteorologie, Radarauswertung, Wahrnehmungspsychologie, Materialanalyse, Orbitalmechanik oder Luftfahrtkunde. Daher empfahl die Prüfung formelle Beziehungen zu Laboren und Fachleuten, die bei Bedarf aktiviert werden konnten.
COPEIPAN genehmigte im Dezember 2006 ein ehrenamtliches wissenschaftliches Expertenkollegium. Im folgenden Jahr umfasste es etwa dreißig Mitglieder und nutzte ein gemeinsames System zur Prüfung von Fällen, die nach der Voruntersuchung ungeklärt blieben. GEIPAN baute außerdem Arbeitsbeziehungen zur Gendarmerie, Luftwaffe, Zivilluftfahrt, Météo-France, Kriminaltechnik und zu Forschungslaboren auf oder erneuerte sie. Dieses Netzwerkmodell wurde zu einem prägenden Merkmal des reformierten Programms.
Für die historische Einordnung ist das Expertennetz wichtiger als die Zahl fest angestellter GEIPAN-Mitarbeiter. Die Reform stellte das siebenköpfige GEPAN seiner größten Ausbauphase nicht wieder her. Sie sollte vielmehr die analytische Reichweite eines kleinen ständigen Dienstes durch formellen Zugang zu externem Fachwissen und institutionellen Daten vervielfachen.
Folgen und Wirkung
Information und Transparenz als Kernaufgabe
Das “I” in GEIPAN bezeichnet einen formellen Informationsauftrag. CNES verbindet es unmittelbar mit der Empfehlung der Prüfung, die Öffentlichkeit transparent zu informieren. Als erste wichtige Entscheidung ließ der Lenkungsausschuss die Archive online stellen und setzte damit das Transparenzziel des CNES-Präsidenten um. Dafür mussten mehr als 100,000 Seiten digitalisiert und anonymisiert sowie ein öffentliches System geschaffen werden, das Fallmaterial unter rechtlichen und sicherheitsbezogenen Einschränkungen zugänglich machen konnte.
Die erste öffentliche Archivwebsite ging am 22. März 2007 online. Ihre sofortige technische Überlastung — die Website brach innerhalb weniger Stunden unter der Nachfrage zusammen und musste vereinfacht wiederhergestellt werden — zeigte das Ausmaß des öffentlichen Interesses. Die Veröffentlichung bildet einen eigenen historischen Meilenstein. Für das Ereignis von 2005 dient sie als Beleg dafür, dass aus dem neuen Informationsauftrag ein konkretes Programm hervorging und er keine bloße Absichtserklärung blieb.
Zum Transparenzmodell gehörten auch systematische Rückmeldungen an Zeugen, öffentliche Erläuterungen der Analysemethoden und die Kommunikation mit Medien und Fachorganisationen. Der öffentliche Prozess sollte nachvollziehbar werden: was gemeldet worden war, welche Informationen vorlagen, wie der Fall untersucht wurde und zu welcher Klassifizierung dies führte.
Meldeprotokolle und das staatliche Netzwerk
GEIPAN übernahm die offiziellen Meldewege von GEPAN und SEPRA und überarbeitete mehrere davon. Am 13. April 2006 wurde ein neues Protokoll mit der Direction générale de la Gendarmerie nationale unterzeichnet. Es aktualisierte die Verfahren für Zeugenbefragungen, führte einen Leitfaden zur Aufnahme von Aussagen ein, verbesserte den schnellen Informationsaustausch und schuf den Rechtsrahmen zur Veröffentlichung einschlägiger Gendarmerie-Unterlagen. Ähnliche Arbeitsbeziehungen entstanden mit Zivilluftfahrt, Luftwaffe, Météo-France und weiteren Diensten.
Dieses Netzwerk ist zentral für die institutionelle Bedeutung von GEIPAN. Sein besonderer Wert liegt in der Stellung innerhalb einer staatlichen Datenkette, in der Polizeiaussagen, Luftfahrtinformationen, Wetteraufzeichnungen, Orbitaldaten und militärische Angaben auf Grundlage bestehender Vereinbarungen angefordert oder verglichen werden können.
In dieser Ordnung ist GEIPAN ein technischer Dienst von CNES. Er kann Material operativer Stellen empfangen und auswerten, während diese ihre eigenen Zuständigkeiten behalten. GEIPAN untersucht und dokumentiert PAN-Meldungen und informiert die Öffentlichkeit, soweit verfügbar unter Nutzung von Partnerdaten.
Was sich änderte – und was kontinuierlich blieb
Die Reform von 2005 verband die Kontinuität der Akten mit einem bedeutenden Wandel der Steuerung. Archiv, Fallgeschichte, Meldebeziehungen und ein großer Teil der praktischen Untersuchungserfahrung stammten von GEPAN und SEPRA. GEIPAN begann die französische UAP-Dokumentation nicht bei null, sondern übernahm fast drei Jahrzehnte Material und eine etablierte Verwaltungstradition.
Die Änderungen waren dennoch erheblich. Öffentliche Information wurde ausdrücklich Teil der Gruppenidentität. Ein Lenkungsausschuss führte die multidisziplinäre Aufsicht wieder ein. Institutionelle Partnerschaften wurden erneuert und formalisiert, ein Expertenkollegium erweiterte den Zugang zu Fachwissen und die Veröffentlichung von Fallakten wurde zum Programmziel. Die Neuorganisation griff damit genau jene Schwächen auf, die die Prüfung von 2001 benannt hatte: Isolation, schwache Kommunikation, begrenzte externe Koordination und Abhängigkeit von sehr wenig internem Personal.
Es bestanden auch Grenzen. GEIPAN blieb klein; die weitergehenden Forschungsmöglichkeiten der Prüfung entsprachen nie einem eigenen nationalen Forschungslabor. Das praktische Modell konzentrierte sich auf Sammlung, Untersuchung, Klassifizierung, Archivierung und Information. Forschungsprojekte waren bei hinreichender Begründung möglich, blieben aber meist von externer Fachkenntnis abhängig. Dieser engere Auftrag ist für die Bewertung sowohl der Stärken als auch der Grenzen der Institution nach 2005 wesentlich.
Historische Bedeutung
Die Gründung von GEIPAN zählt zu den wichtigsten institutionellen Ereignissen der modernen UAP-Geschichte außerhalb der USA: Sie bewahrte ein langjähriges offizielles Programm und veränderte zugleich dessen Rechenschafts- und Zugangsmodell. Frankreich eröffnete 2005 nicht einfach ein ruhendes UFO-Büro neu. CNES organisierte eine bestehende staatliche Fähigkeit neu, nachdem eine interne Prüfung zu dem Schluss gelangt war, dass Archiv, Meldenetz und wissenschaftlich-staatsbürgerliche Funktion ihre Fortsetzung rechtfertigten.
Das Ereignis führte außerdem eine beständige institutionelle Architektur ein. Die Verbindung aus kleiner technischer CNES-Gruppe, externem Lenkungsausschuss, offiziellen Meldepartnern, ehrenamtlichen Ermittlern, Fachleuten und öffentlicher Fallpublikation ist in der heutigen Struktur von GEIPAN weiterhin erkennbar. Spätere Änderungen modernisierten Methoden und Technik, doch das Kernmodell nach der Prüfung blieb bestehen.
2005 ist deshalb als eigenständiger historischer Meilenstein zwischen der Gründung von SEPRA 1988 und der öffentlichen Freigabe der Archive 2007 einzuordnen. Damals wurde die offizielle französische PAN-Tätigkeit um Transparenz, vernetztes Fachwissen und formelle Steuerung neu organisiert — jene Merkmale, die das heutige GEIPAN am deutlichsten vom späten SEPRA unterscheiden.
Bewertung der Belege
Die Dokumentengrundlage für das GEIPAN-Ereignis von 2005 ist ungewöhnlich stark. CNES und GEIPAN führen institutionelle Darstellungen, die 2005 als Ablösungsjahr von SEPRA benennen. Die Prüfung von 2001 ist in einer offiziell von CNES bereitgestellten Zusammenfassung erhalten; der Bericht des Lenkungsausschusses 2006–2007 dokumentiert die Arbeit der neuen Steuerungsstruktur. Damit lässt sich das Ereignis überwiegend aus zeitnahen Unterlagen der Institution selbst rekonstruieren, nicht aus späteren Erinnerungen Beteiligter.
Der wichtigste Befund lautet, dass GEIPAN eine bestehende Fähigkeit reformierte. Die Kontinuität zu GEPAN und SEPRA ist unmittelbar: Archiv, Meldeprotokolle, Untersuchungserfahrung und institutioneller Träger bestanden fort. Die Gründung ist daher als Änderung von Auftrag und Steuerung zu verstehen, nicht als Beginn staatlichen französischen Interesses an PAN. Formulierungen wie “France created a UFO agency in 2005” tilgen fast drei Jahrzehnte vorausgehender CNES-Tätigkeit und verdecken den Grund der Reform.
Die Prüfung von 2001 belegt am deutlichsten, welche Probleme behoben werden sollten. Sie beschreibt SEPRA als wertvoll, aber institutionell schwach: sehr wenig Personal, eingeschränkte Initiative und Kommunikation, unvollständige Datenbankarbeit sowie schwach entwickelte Beziehungen jenseits der routinemäßigen nationalen Kanäle. Ihre Empfehlungen entsprechen eng dem späteren GEIPAN-Modell — Lenkungsaufsicht, öffentliche Kommunikation, systematische Aufnahme und Analyse, externe wissenschaftliche Expertise und erneuerte institutionelle Vereinbarungen. Die Übereinstimmung von Diagnose, Empfehlung und Umsetzung begründet eine hohe Sicherheit, dass die Prüfung die Struktur von 2005 wesentlich prägte.
Transparenz war ein substanzieller Teil des Wandels. Die heutige CNES-Geschichte verbindet das “I” in GEIPAN ausdrücklich mit öffentlicher Information; der frühe Lenkungsausschuss machte die Archivveröffentlichung zu seiner ersten wichtigen Entscheidung. Die Freigabe von 2007 belegt die Umsetzung im großen Maßstab: Transparenz war eine ausdrückliche organisatorische Verantwortung geworden, getragen von einem konkreten Publikationsprogramm.
Auch das wiederhergestellte Aufsichtsmodell ist bedeutsam. COPEIPAN vereinte zivile und militärische Verwaltungen, das CNES-Management und wissenschaftliche Mitglieder in einem Aufsichtsforum. Dies verbesserte die institutionelle Koordination, verringerte die Abhängigkeit von einer einzelnen Programmleitung und schuf einen dauerhaften Mechanismus für multidisziplinäre Prüfung und strategische Beratung. Die Zuständigkeit für Organisation und Auftrag blieb beim CNES-Management.
Die wissenschaftliche Bedeutung der Reform ist am tatsächlich geschaffenen Programm zu messen. GEIPAN soll gewöhnliche Ursachen bestimmen, soweit die Belege dies tragen, belastbarere ungeklärte Fälle untersuchen und strukturierte Unterlagen bewahren. Die Prüfung von 2001 sah bei hinreichender Begründung vertiefte Forschung vor; die ständige Einheit blieb jedoch klein und stark auf Partner und Ehrenamtliche angewiesen. GEIPAN ist daher vor allem als nationale Melde-, Untersuchungs-, Archiv- und Informationsinfrastruktur belastbar. Seine Existenz schafft einen geordneten Weg zur Prüfung von PAN-Meldungen; Aussagen über die Ursachen einzelner Fälle müssen weiterhin auf deren jeweiligen Belegen beruhen.
Insgesamt rechtfertigen die verfügbaren Belege eine Einordnung der Gründung von GEIPAN 2005 als institutionellen Meilenstein mit hoher Sicherheit. Sie bewahrte die fortlaufende PAN-Dokumentation des französischen Staates und begegnete mehreren Schwächen des späten SEPRA durch formelle Aufsicht, erneuerte Partnerschaften, verteiltes Fachwissen und einen ausdrücklichen öffentlichen Informationsauftrag. Die wichtigste Folge war keine neue amtliche UAP-Theorie, sondern ein transparenterer und rechenschaftspflichtigerer Rahmen für Annahme, Analyse und Veröffentlichung von Meldungen.
Quellenverzeichnis
GEIPAN — Son histoire
Aktuelle offizielle Geschichte Aufzeichnung der späten-2001 Audit, 2005 Ersetzung von SEPRA durch GEIPAN und Hinzufügung einer Öffentlichkeits-/Transparenzmission.
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CNES — GEIPAN project page
Aktuelle CNES Projektbeschreibung und wichtige Meilensteine; bestätigt die 2005 die Nachfolge und die gegenwärtigen Sammlungs-, Analyse-, Archivierungs- und Informationsfunktionen des Programms.
Öffnen CNES — GEIPAN project page
Audit du SEPRA — Synthèse du rapport final
Offiziell gehostete Synthese des Audits datiert 30 November 2001. Zentrale primäre politische Aufzeichnung für die Diagnose von SEPRA und Empfehlungen für Fortsetzung, Governance, Analyse, wissenschaftliche Partnerschaften und Kommunikation.
Öffnen Audit du SEPRA — Synthèse du rapport final
GEIPAN — Le rapport d’audit du SEPRA 2001 : le document fondateur du GEIPAN
CNES/GEIPANs eigene Beschreibung der Prüfung als Gründungsdokument hinter der 2005 Die GEIPAN-Struktur und ihre neue öffentliche Informationsmission.
Öffnen GEIPAN — Le rapport d’audit du SEPRA 2001 : le document fondateur du GEIPAN
Rapport 2006–2007 du Comité de pilotage du GEIPAN
Primäre Betriebsbilanz nach der Reform. Dokumente der Mitte-2005 Einsetzung des Lenkungsausschusses, 22 September Antrittssitzung, Ausschuss Zuständigkeit und Zusammensetzung, institutionelle Protokolle, Expertenkollegium und Archiv-Publikationsprogramm.
Öffnen Rapport 2006–2007 du Comité de pilotage du GEIPAN
CNES/GEIPAN — Pourquoi la mise en ligne par le CNES
Offizielles Erklärungspapier, das den GEIPAN-Namen und die öffentliche Informationsmission mit dem Steuerungsprozess und der Veröffentlichung des Archivs verknüpft; nützlich für die Transparenzbegründung.
Öffnen CNES/GEIPAN — Pourquoi la mise en ligne par le CNES
GEIPAN — Mission & GEIPAN
Aktuelle offizielle Beschreibung der Berichtspartner von GEIPAN, Lenkungsausschuss, Untersuchungsmodell, wissenschaftliche/fachkundige Unterstützung und Rolle des öffentlichen Dienstes.
Öffnen GEIPAN — Mission & GEIPAN
CNES — Les OVNIS (ou PAN)
Aktuelle CNES-Übersicht beschreibt GEIPAN als kleine operative Einheit, die von einem nationalen Netzwerk von Ermittlern und Experten unterstützt wird.
Öffnen CNES — Les OVNIS (ou PAN)
GEIPAN — Changement de Direction au GEIPAN, 10 December 2008
Offizielle Mitteilung bestätigt Jacques Patenet als scheidenden GEIPAN-Chef am Ende der 2008 und dokumentiert den Übergang zu Yvan Blanc.
Öffnen GEIPAN — Changement de Direction au GEIPAN, 10 December 2008
GEIPAN — Phénomènes Aérospatiaux Non identifiés, 5 April 2007
Offizielle GEIPAN-Mitteilung zur Identifizierung von Yves Sillard als Präsident des GEIPAN-Lenkungsausschusses.
Öffnen GEIPAN — Phénomènes Aérospatiaux Non identifiés, 5 April 2007
GEIPAN Documentation portal
Aktuelles offizielles Repository mit Zugang zu historischen technischen Anmerkungen, Berichten, Verfahren und Falldokumentationen von GEPAN/SEPRA/GEIPAN.
Öffnen GEIPAN Documentation portal