Überblick

Project Grudge wurde von der United States Air Force im Februar 1949eingerichtet und ersetzte Project Sign als offizielles militärisches Programm zur Untersuchung nicht identifizierter Flugobjekte. Project Grudge arbeitete vom Air Technical Intelligence Center (ATIC) auf der Wright-Patterson Air Force Base aus, übernahm Hunderte vom Vorgänger gesammelte Berichte, verfolgte bei deren Bewertung jedoch einen deutlich skeptischeren Ansatz.

Während Project Sign den Auftrag hatte, Natur und mögliche Sicherheitsfolgen ungeklärter Sichtungen zu bestimmen, konzentrierte sich Project Grudge zunehmend darauf, konventionelle Erklärungen zu finden und öffentliche Besorgnis über das Phänomen zu verringern.

Ziele

Project Grudge war verantwortlich für:

  • Untersuchung von Meldungen, die von Militärangehörigen und Zivilpersonen eingereicht wurden.
  • Bewertung, ob Sichtungen eine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten.
  • Identifizierung konventioneller Erklärungen, wo immer möglich.
  • Erstellung nachrichtendienstlicher Bewertungen für die Führung der Air Force.

Das Projekt prüfte 244 Berichte, die bis Januar 1949 eingegangen waren, und klassifizierte viele als astronomische Objekte, Wetterballons, Flugzeuge, Falschmeldungen oder unzureichend dokumentierte Fälle. Ein kleinerer Anteil blieb offiziell als „Unknown“ eingestuft.

Offizielle Schlussfolgerungen

In seinem Abschlussbericht, der im August 1949 veröffentlicht wurde, kam Project Grudge zu dem Schluss, es gebe keine Belege dafür, dass die gemeldeten Objekte fortgeschrittene ausländische Technologie oder eine unmittelbare Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellten. Weiter wurde angenommen, viele Meldungen seien auf Fehlidentifikationen, Falschmeldungen, psychologische Faktoren oder eine als milde Form von „Massenhysterie“ beziehungsweise „Kriegsnerven“ bezeichnete Reaktion zurückzuführen.

Diese Schlussfolgerungen blieben umstritten. Der spätere Project-Blue-Book-Leiter Edward J. Ruppelt argumentierte, Grudge habe eher als Öffentlichkeitsarbeit denn als objektive wissenschaftliche Untersuchung funktioniert; auch der Astronom J. Allen Hynek kritisierte Aspekte der Methodik des Projekts.

Nachwirkung

Project Grudge blieb bis 1951 aktiv und ging anschließend in Project Blue Booküber, das zur am längsten laufenden UAP-Untersuchung der Air Force wurde. Obwohl Grudge häufig als ablehnender als Project Sign angesehen wird, spielte es eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Verfahren und Richtlinien, die spätere offizielle Untersuchungen bestimmten.

Quellen