Überblick
Der Exeter-Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 3. September 1965 nahe der Stadt Exeter, New Hampshire, und gilt weithin als einer der glaubwürdigsten UAP-Fälle der Project-Blue-Book-Ära. Der Fall umfasste mehrere voneinander unabhängige Zeugen, Polizeibeamte und militärische Ermittler und wurde zu einer der am umfassendsten dokumentierten Sichtungen der 1960er Jahre.
Der Vorfall begann, als Norman Muscarello, ein 18-jähriger Autofahrer, kurz nach 2:00 Uhr auf der Polizeistation von Exeter eintraf. Muscarello berichtete, dass er, als er nach einer Panne wegen Kraftstoffmangels zu Fuß auf einer Landstraße unterwegs war, einem großen, hell erleuchteten Objekt begegnete, das über einem nahe gelegenen Feld schwebte.
Zunächst skeptisch begleitete Officer Eugene Bertrand Muscarello zurück zum Ort, um die Sache zu untersuchen. Kurz nach ihrer Ankunft berichteten beide Männer, dasselbe Objekt gesehen zu haben. Später beobachtete Officer David Hunt unabhängig ein ähnliches Objekt, als er von einem anderen Ort aus auf den Vorfall reagierte.
Gemeldete Merkmale
Obwohl sich einzelne Berichte leicht unterschieden, wurden mehrere übereinstimmende Merkmale gemeldet:
- Ein großes, dunkles Objekt, das in geringer Höhe schwebte.
- Fünf helle rote Lichter in regelmäßiger Anordnung.
- Lautloser oder nahezu lautloser Betrieb beim Schweben.
- Rasche Beschleunigung beim Entfernen.
- Das Objekt manövrierte in geringer Höhe über nahe gelegenen Feldern.
- Keine sichtbaren Flügel, Leitwerke, Propeller oder konventionellen Antriebsmittel.
Muscarello schätzte, dass sich das Objekt bis auf relativ kurze Distanz näherte, bevor es sich mit hoher Geschwindigkeit entfernte. Beide Polizeibeamten gaben Beschreibungen ab, die im Wesentlichen mit seinem Bericht übereinstimmten.
Untersuchung
Der Exeter-Vorfall wurde von der United States Air Force im Rahmen von Project Blue Book.
untersucht. Die Ermittler befragten die Hauptzeugen und prüften mögliche konventionelle Erklärungen. Die Air Force kam schließlich zu dem Schluss, dass die Sichtungen höchstwahrscheinlich auf den Planeten Venusin Verbindung mit Beobachtungen nahe gelegener Militärflugzeuge bei Luftbetankungsübungen zurückzuführen seien.
Viele Forscher, darunter Dr. J. Allen Hynek, stellten diese Schlussfolgerung infrage. Hynek argumentierte, dass die gemeldeten Manöver in geringer Höhe, die Nähe des Objekts zu den Zeugen und die Übereinstimmung der Aussagen der Polizeibeamten nur schwer mit der offiziellen Erklärung vereinbar seien.
Der Fall wurde später ausführlicher vom Journalisten John G. Fulleruntersucht, dessen Buch von 1966 Incident at Exeter den Vorfall international bekannt machte und bis heute zu den umfassendsten zeitgenössischen Darstellungen der Untersuchung gehört.
Historische Bedeutung
Der Exeter-Vorfall ist aus mehreren Gründen bedeutsam. Er umfasste:
- Mehrere voneinander unabhängige Zeugen.
- Zwei geschulte Polizeibeamte.
- Eine längere Beobachtung statt einer kurzen Sichtung.
- Eine formelle Untersuchung durch Project Blue Book.
- Umfangreiche landesweite Medienberichterstattung.
Der Vorfall wurde außerdem zu einem der von Kritikern von Project Blue Book am häufigsten angeführten Fälle; sie argumentierten, die offizielle Erklärung berücksichtige die verfügbaren Belege nicht ausreichend.
Heute gilt der Exeter-Vorfall weithin als einer der stärksten Polizeifälle mit mehreren Zeugen im historischen UAP-Bestand und wird weiterhin in Diskussionen über offizielle Untersuchungen der 1960er Jahre angeführt.
Quellen
- Wikipedia - Exeter Incident
- U.S. National Archives - Project Blue Book Records
- John G. Fuller - Incident at Exeter (1966)
- J. Allen Hynek - The UFO Experience: A Scientific Inquiry (1972)
- Project Blue Book Archive
- Project 1947 - Exeter Historical Resources