Überblick
Am 25 June 2021 veröffentlichte das Office of the Director of National Intelligence (ODNI) seine lang erwartete Preliminary Assessment: Unidentified Aerial Phenomena, den ersten offiziellen Geheimdienstbericht zu UAP seit Jahrzehnten, der zur öffentlichen Veröffentlichung bestimmt war. Vom Kongress durch den Intelligence Authorization Act for Fiscal Year 2021, vorgeschrieben, stellte der Bericht einen bedeutenden Meilenstein im modernen Ansatz der US-Regierung zur Untersuchung unidentifizierter Luftphänomene dar.
Die Bewertung untersuchte 144 militärische UAP-Meldungen, die zwischen 2004 and 2021 erfasst worden waren, und kam zu dem Schluss, dass die Mehrheit wegen unzureichender Daten ungeklärt blieb. Der Bericht fand zwar keine Belege dafür, dass die Vorfälle geheime US-Technologie darstellten, erklärte jedoch auch, weitere Untersuchungen seien nötig, um festzustellen, ob Sichtungen ausländischen Gegnern, luftgetragenen Störobjekten, Sensoranomalien, natürlichen atmosphärischen Phänomenen oder anderen Ursachen zugeschrieben werden könnten.
Obwohl der Bericht kurz war, markierte er die erste offizielle Anerkennung durch die U.S. Intelligence Community, dass zahlreiche militärische Begegnungen mit unidentifizierten Luftphänomenen ungeklärt blieben.
Hintergrund
Der Bericht wurde angesichts wachsender Sorge des Kongresses über wiederholte UAP-Begegnungen, die von Personal der U.S. Navy gemeldet worden waren, sowie des zunehmenden öffentlichen Interesses infolge der 2017 veröffentlichten New York Times -Untersuchung und der offiziellen Veröffentlichung von UAP-Videos der Navy durch das Department of Defense im Jahr 2020 in Auftrag gegeben.
Der Kongress wies den Director of National Intelligence an, in Abstimmung mit dem Secretary of Defense und der Unidentified Aerial Phenomena Task Force (UAPTF), eine nicht als geheim eingestufte Bewertung der verfügbaren nachrichtendienstlichen Erkenntnisse vorzulegen.
Der Bericht stützte sich auf Informationen des Department of Defense, der Intelligence Community und militärischer Meldesysteme, die nach den aktualisierten Meldeverfahren der Navy im Jahr 2019 eingerichtet worden waren.
Ergebnisse der vorläufigen Bewertung
Der Bericht analysierte 144 Vorfälle, an denen vor allem US-Militärpersonal beteiligt war.
Zu den wichtigsten Feststellungen gehörten:
- Nur einer der 144 Vorfälle konnte mit hoher Sicherheit identifiziert werden; er wurde einem Ballon zugeschrieben, der Luft verlor.
- Die verbleibenden 143 Vorfälle wiesen nicht genügend Daten für eine definitive Erklärung auf.
- Die meisten Meldungen beschrieben physische Objekte, die von mehreren Sensorsystemen erfasst wurden, darunter Radar, Infrarotsensoren und visuelle Beobachtung.
- Mehrere Vorfälle zeigten ungewöhnliche Flugeigenschaften, die weitere technische Analyse erforderten.
- Keine Belege deuteten darauf hin, dass die gemeldeten Objekte geheime Technologie der US-Regierung darstellten.
Die Bewertung ordnete mögliche Erklärungen fünf breiten Gruppen zu:
- Luftgetragene Störobjekte.
- Natürliche atmosphärische Phänomene.
- Entwicklungsprogramme der US-Regierung oder Industrie.
- Systeme ausländischer Gegner.
- Andere ungeklärte Phänomene.
Der Bericht kam zu dem Schluss, dass zusätzliche Finanzierung, verbesserte Datenerfassung und stärkere behördenübergreifende Koordinierung notwendig seien, um künftige Meldungen zu verstehen.
Reaktion von Öffentlichkeit und Regierung
Die Preliminary Assessment fand umfangreiche internationale Medienberichterstattung und wurde weithin als historische Anerkennung gewertet, dass die US-Regierung UAP als legitimes nachrichtendienstliches Thema betrachtete.
Mitglieder des Kongresses aus beiden politischen Parteien forderten weitere Untersuchungen, verbesserte Meldesysteme und regelmäßige öffentliche Aktualisierungen.
Der Bericht beschleunigte außerdem institutionelle Reformen im Department of Defense, die letztlich zur Ablösung der UAP Task Force durch neue Untersuchungsorganisationen führten.
Obwohl der Bericht nur wenige definitive Schlussfolgerungen lieferte, zeigte er die Bereitschaft der Geheimdienste, Unsicherheit bei vielen gemeldeten Vorfällen öffentlich anzuerkennen.
Historische Bedeutung
Die ODNI Preliminary Assessment gilt als eines der prägenden Dokumente der modernen Ära der UAP-Offenlegung.
Zu ihrer Bedeutung gehören:
- Erste öffentliche Geheimdienstbewertung zu UAP seit Jahrzehnten.
- Offizielle Anerkennung, dass die Mehrheit der militärischen UAP-Fälle ungeklärt blieb.
- Anerkennung von UAP als potenzielle Frage der nationalen Sicherheit.
- Verstärkte Aufsicht des Kongresses über UAP-Untersuchungen.
- Grundlage für nachfolgende Regierungsorganisationen einschließlich AOIMSG und AARO.
Anders als frühere Regierungsstudien konzentrierte sich der Bericht hauptsächlich auf Flugsicherheit, Nachrichtengewinnung und nationale Sicherheit, statt den endgültigen Ursprung der gemeldeten Phänomene bestimmen zu wollen.