Überblick

Am 17. Mai 2022 hielt der Unterausschuss für Terrorismusbekämpfung, Spionageabwehr und Nichtverbreitung des Ständigen Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses eine öffentliche Anhörung zu unidentifizierten Luftphänomenen (UAP) ab. Als Zeugen traten Ronald S. Moultrie, Unterstaatssekretär für Nachrichtendienste und Sicherheit, sowie Scott W. Bray auf, stellvertretender Direktor des Marinegeheimdienstes und ein hochrangiger Vertreter der UAP Task Force. Auf die öffentliche Sitzung folgte eine nicht öffentliche, als geheim eingestufte Anhörung. US-Repräsentantenhaus — Unidentifizierte Luftphänomene, 17. Mai 2022

Der Geheimdienstausschuss bezeichnete sie später als die erste öffentliche UAP-Anhörung des Kongresses seit mehr als einem halben Jahrhundert. Diese Formulierung ist präziser als die Aussage, der Kongress habe sich seit Project Blue Book nicht mehr für das Thema interessiert. UFO-bezogenes Material hatte in den dazwischenliegenden Jahrzehnten in unterschiedlicher Form Ausschüsse des Kongresses erreicht. Die Sitzung vom Mai 2022 bedeutete jedoch die Rückkehr zu einer eigens dem Thema gewidmeten öffentlichen Anhörung, bei der hochrangige Verteidigungsbeamte zum damaligen UAP-Programm der Regierung befragt wurden. House Permanent Select Committee on Intelligence — Erklärung zum IAA 2023

Die Anhörung war aus mehreren Gründen folgenreich.

Bray erklärte, die UAP-Datenbank der Regierung sei von den 144 Meldungen, die in der vorläufigen ODNI-Bewertung vom Juni 2021 berücksichtigt worden waren, auf ungefähr 400 Meldungen angewachsen. Einen Teil dieses Anstiegs führte er auf die nachlassende Stigmatisierung und verbesserte Meldeverfahren zurück, nicht auf die Annahme, dass die tatsächliche Häufigkeit von UAP im selben Umfang zugenommen habe. Zudem zeigte er zwei Arten öffentlicher Belege: ein kurzes Cockpitvideo einer F/A-18 mit einem ungeklärten, kugelförmig wirkenden Objekt bei einem flüchtigen Vorbeiflug sowie Nachtsichtaufnahmen scheinbar dreieckiger Objekte. Letztere wurden mit hinreichender Sicherheit als unbemannte Luftfahrtsysteme bewertet, deren Form durch die Aufnahmekonfiguration entstand. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus DVIDS — Navy 2021 Flyby-Video DVIDS — Navy 2019 West Coast Video

Diese Kombination ist wichtig. Die Anhörung stellte “UAP” nicht als einheitliche Kategorie außergewöhnlicher Objekte dar. Sie zeigte eine ungeklärte Beobachtung, für deren Zuordnung zu wenig Daten vorlagen, und eine zweite Klasse von Beobachtungen, die weniger rätselhaft geworden war, nachdem vergleichbare Begegnungen zusätzlichen Kontext geliefert hatten.

Die Beamten bestätigten außerdem eine kleine Zahl von Meldungen mit Flug- oder Signaturmerkmalen, die sich anhand der verfügbaren Daten nicht erklären ließen. Zugleich erklärte Bray, die UAP Task Force besitze kein Material, das mit einem terrestrischen Ursprung unvereinbar sei, und habe keine Emissionen festgestellt, die auf eine nicht terrestrische Quelle hindeuteten. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Die Anhörung leistete daher keines der beiden Dinge, die ihr in der späteren Debatte mitunter zugeschrieben wurden. Sie legte weder staatliche Beweise für außergewöhnliche Technologie offen, noch erklärte sie jedes UAP für konventionell erklärbar.

Die zentrale öffentliche Feststellung war schwieriger: Die Berichterstattung der Regierung hatte zugenommen, eine Reihe von Vorfällen blieb aus sehr unterschiedlichen Gründen ungelöst, und der Abteilung fehlte immer noch ein ausgereiftes institutionelles System, das in der Lage war, das gesamte Problem konsequent zu bewältigen.

Kontext der Anhörung

Aufsicht durch den Kongress

Die Anhörung folgte mehreren Jahren des institutionellen Wandels.

Die US Navy hatte ab 2019 formelle Meldeverfahren für UAP eingeführt. Das Verteidigungsministerium richtete im August 2020 die von der Navy geführte UAP Task Force ein. Im Juni 2021 veröffentlichte das ODNI seine vorläufige Bewertung. Sie untersuchte 144 Meldungen und stellte fest, dass nur begrenzt hochwertige Daten vorlagen, sodass keine belastbaren Schlüsse über Art oder Absicht der meisten Beobachtungen möglich waren. ODNI — Preliminary Assessment: Unidentified Aerial Phenomena

Der Kongress schuf anschließend mit dem National Defense Authorization Act für das Haushaltsjahr 2022 einen breiteren gesetzlichen Rahmen.

Die Gesetzgebung erforderte ein Büro, das in der Lage war, die UAP-Sammlung und -Berichterstattung zu standardisieren, ein zentrales Repository zu unterhalten, wissenschaftliche und nachrichtendienstliche Analysen zu koordinieren, Felduntersuchungen zu arrangieren, eine potenzielle Beteiligung ausländischer Gegner zu bewerten und den Datenzugriff im gesamten Verteidigungsministerium und der Geheimdienstgemeinschaft zu verbessern. Öffentliches Recht 117-81, § 1683

Die Abteilung hatte bereits die Airborne Object Identification and Management Synchronization Group (AOIMSG) im November 2021 als geplanter Nachfolger der UAP Task Force. Bis Mai 2022, waren die Kongressmitglieder jedoch besorgt darüber, wie schnell die neue Organisation in Betrieb genommen wurde.

Der Ausschussvorsitzende André Carson eröffnete die Anhörung mit dem Hinweis, die gesetzliche Umsetzungsfrist rücke näher, während AOIMSG noch keinen öffentlich benannten Direktor habe. Er kritisierte zudem die historische Stigmatisierung von UAP-Meldungen und forderte die Zeugen auf zu zeigen, dass die Ermittler den Belegen folgen würden, anstatt sich ausschließlich auf leicht erklärbare Fälle zu konzentrieren. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Dies ist ein wichtiger Kontext für die Interpretation des Verfahrens. Der Kongress fragte nicht nur Was sind UFOs?

Untersucht wurde, ob die Exekutive eine Ermittlungsstruktur geschaffen hatte, die engere Fragen zuverlässig beantworten konnte: Wie wurden Meldungen erfasst? War das Personal bereit, sie einzureichen? Welche technischen Daten lagen vor? Tauschten die zuständigen Behörden Informationen aus? Und wie wurden ungeklärte von identifizierten Beobachtungen getrennt?

Der institutionelle Prozess selbst war ein wichtiges Thema der Aufsicht.

AOIMSG

Moultries Aussage liefert ungewöhnlich klare Belege für den Stand des Programms im Mai 2022.

Er erklärte, das Ministerium richte innerhalb des Office of the Secretary of Defense ein Büro ein und habe in jener Woche einen Direktor ausgewählt. Räumlichkeiten seien bestimmt worden, und Beschäftigte des Ministeriums und der Nachrichtendienste arbeiteten an einer standardisierten Methodik für Annahme, Analyse und Meldung von Daten. Moultrie sagte dem Ausschuss außerdem, der Name AOIMSG werde sich “likely change.” Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Zwei Monate später wurde diese Vorhersage realisiert.

Am 15. Juli 2022 erweiterte die stellvertretende Verteidigungsministerin Kathleen Hicks AOIMSG formell und benannte die Einrichtung in All-domain Anomaly Resolution Office (AARO) um, damit sie den weiter gehenden gesetzlichen Vorgaben des Kongresses entsprach. Das DoD gab die Änderung am 20. Juli öffentlich bekannt. Verteidigungsministerium — Einrichtung von AARO

Die Anhörung im Mai ist daher eine nützliche Momentaufnahme einer Organisation zwischen institutionellen Formen. Die UAP Task Force lieferte immer noch einen Großteil der operativen Fallinfrastruktur. AOIMSG existierte formal, wurde aber immer noch besetzt und organisiert. Das vom Kongress geforderte gesetzliche Amt hatte noch nicht seine endgültige AARO-Struktur erreicht. Dies erklärt, warum einige Fragen, die während der Anhörung gestellt wurden, Lücken aufdeckten, die später von den AARO-Behörden speziell angesprochen wurden.

Anzahl der Meldungen

Zu den meistbeachteten Aussagen der Anhörung gehörte Brays Mitteilung, die UAP-Datenbank sei auf ungefähr 400 Meldungen angewachsen. Gegenüber den 144 Meldungen aus der vorläufigen Bewertung vom Juni 2021 war dies ein erheblicher Anstieg. Die Angabe sollte jedoch nicht als präzise endgültige Fallzahl verstanden werden.

Bray bezeichnete sie als den zum Zeitpunkt der Anhörung im Mai verfügbaren Datenbankstand. Der nachfolgende Jahresbericht 2022 dokumentierte bei einem Informationsstand vom 30. August insgesamt 510 Meldungen: die ursprünglichen 144, weitere 247 nach dem Stichtag der früheren Bewertung eingegangene Meldungen und 119 ältere Ereignisse, die später entdeckt oder gemeldet wurden. ODNI — 2022 Annual Report on Unidentified Aerial Phenomena

Die spätere Aufstellung zeigt, warum die Zahl vom Mai als Näherungswert gelten muss: Die Datenbank veränderte sich fortlaufend. Sie stützt zudem Brays Erklärung für den Anstieg. Nach seiner Aussage ermutigte die nachlassende Stigmatisierung das Personal, sowohl neue Vorfälle als auch ältere, bislang nicht in das formelle System gelangte Schilderungen zu melden. Daraus folgt eine wichtige statistische Einschränkung: Ein rascher Anstieg der Meldungen bedeutet nicht zwangsläufig einen ebenso raschen Anstieg der UAP-Aktivität. Ein leichter nutzbares und beruflich weniger riskantes Meldesystem dürfte Beobachtungen erfassen, die dem früheren System entgangen waren. Bray wertete das steigende Meldeaufkommen daher teilweise als Hinweis auf einen veränderten Erfassungsprozess. Diese Deutung wiederholte das ODNI später in seinem Jahresbericht.

Datengestütztes Verfahren

Bray beschrieb das Hauptziel der UAP Task Force als Übergang von einem anekdotischen oder erzählungsbasierten Ansatz zu einer auf Wissenschaft, Technologie und Ingenieurwesen ausgerichteten Untersuchung.

Die Task Force habe direkt mit Marinefliegern zusammengearbeitet, Meldemechanismen vereinheitlicht, die Stigmatisierung verringert und zusätzliche Ausrüstung zur Dokumentation von Begegnungen bereitgestellt. Bis Mai 2022 standen Besatzungen von Navy und Air Force schrittweise UAP-Verfahren in Cockpit-Unterlagen und für Nachbesprechungen nach Flügen zur Verfügung. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Diese Aussage ist besonders wichtig, weil sie das Verhältnis zwischen Meldekultur und Belegqualität benennt. Ein Pilot kann etwas Ungewöhnliches beobachten, ohne genügend Zeit zur gezielten Datenerhebung zu haben. Ein Meldesystem kann jedoch die unmittelbar folgenden Schritte verbessern: Zeitstempel sichern, relevante Sensoren bestimmen, Radar- oder Bilddaten abrufen, die Beobachtungsgeometrie dokumentieren und weitere Zeugen ausfindig machen, bevor Informationen verloren gehen. Weniger Stigmatisierung kann die Zahl der Meldungen erhöhen; Standardisierung kann ihre Vergleichbarkeit verbessern. Beides garantiert keine Identifizierung. Das in der Anhörung gezeigte flüchtige F/A-18-Video veranschaulicht weshalb.

Belege der Anhörung

Vorbeiflug an einer F/A-18

Brays erstes visuelles Beispiel war ein kurzes Video aus dem Cockpit eines Kampfflugzeugs der US Navy.

Die von der Regierung veröffentlichte Version ist gekennzeichnet “Navy 2021 Flyby video.” DVIDS beschreibt es als eine Begegnung mit einem unbekannten Objekt während eines flüchtigen Passes und sagt, dass das Video die typische Geschwindigkeit zeigt, mit der sich Militärflugzeuge einem unbekannten Objekt nähern können. DVIDS — Navy 2021 Flyby-Video

Während der Anhörung ließ sich das Objekt selbst auf dem Präsentationsbildschirm nur schwer als Standbild erfassen. Bray beschrieb es als kugelförmig und etwas reflektierend wirkend; es sei rasch am Flugzeug vorbeigezogen. Gegenüber dem Abgeordneten Adam Schiff erklärte er, für dieses konkrete Objekt keine Erklärung zu haben. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Der visuelle Eindruck kann auffällig wirken; der Beleggehalt ist begrenzt.

Ein schneller scheinbarer Pass stellt nicht die eigene Geschwindigkeit des Objekts fest, da sich der F/A-18 selbst mit hoher Geschwindigkeit bewegte. Ohne bekannte Reichweite, Objektabmessungen, genaue relative Geometrie und zusätzliche Sensorinformationen ermöglicht der kurze Clip keine zuverlässige Berechnung der physikalischen Geschwindigkeit.

Bray präsentierte das Video aus nahezu dem gegenteiligen Grund: Es sollte zeigen, wie wenig Informationen Ermittlern mitunter zur Verfügung stehen. Damit ist es ein nützliches Beispiel für eine ungeklärte, aber datenarme Beobachtung, nicht für den Nachweis extremer Leistungsmerkmale. Das Objekt könnte ungewöhnlich gewesen sein; anhand des öffentlichen Clips allein lässt sich sein Abweichungsgrad nicht bestimmen.

Dreieckige Aufnahmen

Brays zweites Beispiel sollte zeigen, wie zusätzliche Informationen eine Interpretation verändern können.

Er zeigte Material der Navy, auf dem Lichter durch Nachtsichtgeräte und eine Spiegelreflexkamera dreieckig erschienen. Ein früheres Ereignis an der Westküste war jahrelang ungeklärt geblieben. Bei späteren ähnlichen Beobachtungen erfassten andere Systeme der Navy zugleich unbemannte Luftfahrtsysteme in der Nähe.

Bray erklärte, die Task Force sei daher hinreichend sicher, dass die scheinbaren Dreiecke mit UAS zusammenhingen und dass ihr dreieckiges Erscheinungsbild durch den optischen Pfad des Nachtsichtsystems und der Kamera entstanden sei. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Das offiziell veröffentlichte West-Coast-Video von 2019 beschreibt die Objekte als zunächst UAP zugeordnet und später aufgrund zusätzlicher Informationen und Daten aus anderen Sichtungen als unbemannte Luftfahrtsysteme neu eingestuft. DVIDS — Navy 2019 West Coast Video

Dieses Beispiel ist analytisch wertvoll, weil es mehrere Zusammenhänge zugleich veranschaulicht. Eine scheinbar geometrische Form in einem bildgebenden System muss nicht dem physischen Umriss des Objekts entsprechen. Ein Fall kann jahrelang ungeklärt bleiben und später verständlicher werden, wenn ein ähnliches Ereignis bessere Kontextdaten liefert. Eine Klärung muss auch nicht auf einer einzigen entscheidenden Messung beruhen; sie kann aus dem Vergleich mehrerer Vorfälle hervorgehen. Die Anhörung behauptete nicht, damit sämtliche Berichte über dreieckige Objekte der Navy geklärt zu haben. Das Beispiel zeigte vielmehr, wie eine zunächst rätselhafte Beobachtung neu bewertet werden kann, sobald genügend Daten vorliegen.

Ungeklärte Fälle

Der Abgeordnete Jim Himes drängte Bray zu erläutern, was Beamte mit einem ungeklärten Fall meinten. Brays Antwort gehört zu den aufschlussreichsten Aussagen der Anhörung.

Es gebe umfangreiches Material ähnlich dem Flyby-Video, bei dem zu wenig Daten für eine plausible Erklärung vorlägen. Davon getrennt existiere eine kleine Handvoll Fälle mit mehr Daten, bei denen Analysten den Ablauf dennoch nicht vollständig rekonstruieren könnten; diese Fälle enthielten Hinweise auf Flugmerkmale oder Signaturmanagement, die von den Erwartungen abwichen. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Diese Unterscheidung sollte für die Auslegung des gesamten Fallkatalogs maßgeblich sein. “Unresolved” bezeichnet keine einheitliche Belegkategorie. Ein Fall kann ungeklärt bleiben, weil er nur für den Bruchteil einer Sekunde aufgezeichnet wurde. Ein anderer kann von mehreren Sensoren erfasst worden sein und sich dennoch keiner Ursache zuordnen lassen; dieser wäre möglicherweise bedeutsamer. Die öffentliche Anhörung bezifferte nicht genau, wie viele Fälle zu welcher Beleggruppe gehörten, sondern sprach lediglich von einer “small handful” mit substantielleren anomalen Hinweisen. Die Gesamtzahl ungeklärter Meldungen ist deshalb kein Maß für die Zahl außergewöhnlicher Beobachtungen. Die Qualität der einzelnen Fälle ist wichtiger als ihre Anzahl.

Fälle aus dem Bericht von 2021

Schiff kam auf die Feststellung der vorläufigen Bewertung von 2021 zurück, wonach 18 Vorfälle, die durch 21 Meldungen erfasst waren, scheinbar ungewöhnliche Bewegungsmuster oder Flugmerkmale aufwiesen. Der frühere Bericht hatte Objekte beschrieben, die bei Höhenwind stationär zu bleiben schienen, sich gegen den Wind bewegten, abrupte Manöver ausführten oder sich ohne erkennbare Antriebsmittel mit erheblicher Geschwindigkeit fortbewegten. ODNI — vorläufige Bewertung Bray erklärte in der Anhörung, den Vereinigten Staaten sei kein ausländischer Gegner bekannt, der ein Objekt ohne erkennbare Antriebsmittel bewegen könne. Er schränkte die Bedeutung dieser Aussage unmittelbar ein.

In einigen Fällen könnten Sensorartefakte ein konventionelles Antriebssystem verdecken. Bray verwies auf eine kleine Zahl von Ereignissen mit scheinbaren Flugmerkmalen oder Anzeichen von Signaturmanagement, die sich mit den verfügbaren Daten nicht erklären ließen. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Diese Formulierung ist wesentlich vorsichtiger als die Aussage, die Regierung habe Fluggeräte ohne Antrieb bestätigt. Festgestellt wurde, dass ein Antrieb in den verfügbaren Daten nicht erkennbar war. Das ist nicht gleichbedeutend. Ein niedrig aufgelöstes Infrarotbild, eine entfernte visuelle Beobachtung oder eine Radarspur kann einen physisch vorhandenen Antrieb unentdeckt lassen. Wissenschaftlich interessant bleiben Fälle, wenn scheinbar ungewöhnliche Merkmale auch nach Prüfung solcher Möglichkeiten bestehen. Die Anhörung legte jedoch keine ausreichenden öffentlichen technischen Daten vor, um dies unabhängig festzustellen.

Annahmen zu Sensoren

Bray beschrieb eine grundlegende analytische Annahme der Task Force: Militärische Sensoren funktionierten im Allgemeinen bestimmungsgemäß. Er begründete diese Arbeitshypothese teilweise damit, dass viele Vorfälle mehr als einen Sensor umfassten. Zugleich nehme die Task Force keinen bestimmten Ursprung an und versuche, ihre analytischen Annahmen so zu kalibrieren, dass technologische Überraschungen nicht übersehen würden. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Das ist ein plausibler Ausgangspunkt, aber kein Beleg dafür, dass jede Sensorausgabe korrekt ist. Sensoren können normal funktionieren und dennoch Bilder erzeugen, die menschlichen Betrachtern kontraintuitiv erscheinen. Optik, Nachführverhalten, Kompression, Radarausbreitung, Filterung und Plattformbewegung können beeinflussen, wie ein gewöhnliches Objekt dargestellt wird. Das in derselben Anhörung gezeigte Beispiel der dreieckig wirkenden UAS veranschaulicht genau dies.

Das Instrument musste nicht “broken” sein, damit die angezeigte Form irreführte. Analytisch belastbarer ist daher die Annahme, dass Systeme im Allgemeinen bestimmungsgemäß funktionieren, während zugleich modelliert wird, wie ihre Konstruktion die beobachtete Szene verändert. Das unterscheidet sich davon, eine Sensoranzeige als unmittelbare Abbildung der physischen Wirklichkeit zu behandeln.

Physische Objekte und Artefakte

Eine weitere Frage betraf die Feststellung der Bewertung von 2021, wonach die meisten UAP wahrscheinlich physische Objekte darstellten. Der Abgeordnete Raja Krishnamoorthi fragte, ob die Ermittler dies mit absoluter Sicherheit sagen könnten. Bray antwortete, bei einigen Fällen handle es sich zweifellos um physische Objekte, während andere Meldungen meteorologische Phänomene oder Sensoranomalien betreffen könnten. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Dies verdeutlicht erneut, warum pauschale öffentliche Zusammenfassungen irreführen können: Die Regierung erklärte nicht, jeder Eintrag in der UAP-Datenbank stelle ein materielles Fluggerät dar.

Die Aussage lautete vielmehr, dass die verfügbaren Belege bei vielen Beobachtungen eine Deutung als physisches Objekt stützten, insbesondere bei mehreren Sensoren oder direkten Sichtbeobachtungen, während bei anderen Fällen nicht gegenständliche Effekte möglich blieben.

Dieses gemischte Modell ist methodisch plausibler als die Annahme einer einzigen Ursache für Hunderte von Meldungen. Es bedeutet zugleich, dass die Kategorie UAP ihrem Zweck nach heterogen ist.

Flugsicherheit

Krishnamoorthi fragte, ob ein US-Flugzeug mit einem UAP kollidiert sei. Bray erklärte, es habe keine Kollision gegeben, die Task Force habe jedoch mindestens 11 Beinaheunfälle erfasst. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Dies gehört zu den belastbareren operativen Ergebnissen der Anhörung. Ein unidentifiziertes Objekt kann die Flugsicherheit gefährden, selbst wenn es einen gewöhnlichen Ursprung hat. Ein Ballon, eine Drohne oder ein unkoordiniert im militärischen Übungsluftraum befindliches Flugzeug kann einen Piloten zu einem Ausweichmanöver zwingen oder ein Kollisionsrisiko verursachen. Die Zahl der Beinaheunfälle ist daher kein Beleg für feindliche Absichten. Sie zeigt, dass bereits eine ungeklärte Identität sicherheitsrelevant sein kann. Dieser Sicherheitsrahmen war schon in den Reformen der Navy-Meldeverfahren und der ODNI-Bewertung von 2021 angelegt und blieb eine Kernaufgabe von AARO.

Trümmer und Kommunikation

Die Anhörung lieferte auch mehrere aufschlussreiche Negativaussagen zu den Beständen der UAP Task Force. Bray zufolge hatten die Ermittler keine Kommunikationssignale der beobachteten Objekte in dem von Krishnamoorthi gemeinten Sinne festgestellt und auch nicht versucht, mit ihnen zu kommunizieren. Im erörterten Zusammenhang hätten die Vereinigten Staaten keine Waffen gegen ein UAP eingesetzt. Auf die Frage nach Trümmern erklärte Bray, die Task Force besitze keine ungeklärten oder mit einem terrestrischen Ursprung unvereinbaren Trümmer. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Diese Antworten sind wichtig, ihre institutionelle Reichweite muss jedoch gewahrt bleiben. Bray sprach über die Bestände und Kenntnisse der UAP Task Force. Er traf keine logisch allgemeingültige Aussage über jedes Programm oder Büro, das jemals innerhalb der US-Regierung bestand.

Diese Unterscheidung wurde ein Jahr später besonders wichtig, als David Grusch öffentlich behauptete, dass andere Programme wiedergewonnene nichtmenschliche Technologie besaßen. Das Zeugnis vom Mai 2022 legt die Position der UAP Task Force zu diesem Zeitpunkt fest. Sie entscheidet nicht unabhängig über spätere Behauptungen über Programme, die angeblich außerhalb der Bestände der Task Force liegen.

Positionen der Task Force

Himes bat Bray, das Spektrum der als ungeklärt beschriebenen Fälle zu klären.

Bray antwortete, die Task Force besitze kein Material, das auf einen nicht terrestrischen Ursprung hindeute, und habe keine Emissionen festgestellt, die auf einen solchen Ursprung schließen ließen. Er betonte erneut, ungeklärte Meldungen reichten von Fällen mit unzureichenden Informationen bis zu einer kleinen Anzahl mit irritierenderen Merkmalen. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Diese Aussage geht über die bloße Feststellung hinaus, die Beamten hätten keine Meinung. Sie beschreibt die Beleglage der Task Force nach Prüfung ihrer Bestände und sollte auf genau diese Bestände begrenzt bleiben. Die Aussage belegt nicht, dass ein nicht terrestrischer Ursprung als allgemeine Hypothese widerlegt worden wäre. Sie besagt, dass die von der Task Force verwahrten und analysierten Belege weder Material noch Emissionen lieferten, die darauf hindeuteten. Das ist ein wichtiger, aber begrenzter Negativbefund.

Historische Abdeckung

Der Abgeordnete Mike Gallagher fragte nach Berichten, dass UFOs mit einer 1967 Raketenabschaltung auf der Malmstrom Air Force Base in Verbindung gebracht wurden.

Bray erklärte, die einschlägigen Daten befänden sich nicht in den Beständen der UAP Task Force; die Task Force habe den Vorfall nicht untersucht. Moultrie sagte, das Ministerium werde die Angelegenheit prüfen, wenn sie ihm formell zur Kenntnis gebracht werde. Zugleich räumte er ein, die Organisation verfüge nicht über die Mittel, jeder öffentlich erhobenen Behauptung nachzugehen. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Dieser Austausch ist aus einem Grund historisch bedeutsam, der von der Stichhaltigkeit der Malmstrom-Behauptung selbst zu trennen ist. Er machte die geringe historische Reichweite der damaligen Task Force sichtbar. Eine Organisation, die vor allem zur Analyse neuerer militärischer UAP-Meldungen geschaffen worden war, besaß oder untersuchte wichtige historische Fälle nicht automatisch, nur weil sie in der UFO-Literatur eine prominente Rolle spielten. Der Kongress griff dieses Problem später im Jahr 2022 auf und verpflichtete AARO, eine bis 1945 zurückreichende historische Übersicht über die Beteiligung der Regierung an UAP zu erstellen. Die Anhörung legte damit eine Lücke zwischen der Analyse aktueller Vorfälle und der Prüfung historischer Behauptungen offen. Den Malmstrom-Vorfall klärte sie nicht.

Wilson-Davis-Dokument

Gallagher fragte Moultrie und Bray außerdem, ob ihnen ein gemeinhin als Wilson-Davis memo oder “EW Notes.” bezeichnetes Dokument bekannt sei. Beide verneinten dies für sich persönlich. Gallagher beantragte daraufhin einstimmige Zustimmung, das Material in die Anhörungsakte aufzunehmen; Carson stimmte zu. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Die verfahrensrechtliche Bedeutung dieses Vorgangs wird häufig überbewertet. Ein in die Akte einer Kongressanhörung aufgenommenes Dokument ist dadurch nicht vom Kongress authentifiziert. Gallagher erklärte ausdrücklich, er äußere sich nicht zu dessen Richtigkeit; er habe es in der Hoffnung angesprochen, die Zeugen könnten bei der Klärung helfen. Sie kannten es jedoch nicht. Historisch relevant ist die Episode, weil Material, das mit mutmaßlichen verborgenen Programmen in Verbindung gebracht wird, damit Eingang in eine offizielle öffentliche Anhörung fand.

Sein Belegstatus blieb ungeklärt. Bei jeder Erörterung des Dokuments ist zwischen in die Kongressakte aufgenommen und vom Kongress bestätigt zu unterscheiden.

Belege zu Funkfrequenzen

Schiff kam auch auf die Aussage der vorläufigen Bewertung von 2021 zurück, wonach militärische Flugzeugsysteme Funkfrequenzenergie im Zusammenhang mit einigen UAP-Beobachtungen verarbeitet hatten. Er fragte, ob sich diese Fälle mit den 18 Vorfällen überschnitten, die scheinbar ungewöhnliche Flugmerkmale zeigten. Bray müsse dazu die Daten der Task Force prüfen; zumindest einige HF-Erfassungen seien offenbar mit Objekten verbunden gewesen, die sich ansonsten nicht ungewöhnlich verhielten. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus Moultrie und Bray erläuterten anschließend, dass HF-Energie mehrere Bedeutungen haben könne. Sie könne auf eine Störung von Sensoren hindeuten, aber ebenso auf Kommunikations- oder Steuersignale einer konventionellen unbemannten Plattform. Dieser Austausch ist wichtig, weil “radio-frequency emission” außerhalb des operativen Kontexts an sich exotisch klingen kann. Das ist sie nicht.

Funkgesteuerte Drohnen, Flugzeugsysteme, Radar und Systeme der elektronischen Kampfführung arbeiten sämtlich mit HF-Energie. Ihre Bedeutung hängt von Frequenz, Wellenform, Richtung, Zeitpunkt und dem Verhältnis zum beobachteten Objekt ab. Diese Einzelheiten blieben der eingestuften Sitzung vorbehalten oder wurden nicht öffentlich genannt. Die Anhörung stellte somit fest, dass in einigen Fällen HF-Erfassungen vorlagen, belegte jedoch keine außergewöhnliche elektromagnetische Signatur.

Institutionelles Erbe

Nicht öffentliche Sitzung

Der öffentlichen Anhörung folgte eine geheime Sitzung.

Der ranghöchste Vertreter der Minderheit, Rick Crawford, begründete dies in seiner Eröffnungserklärung ausdrücklich: Die Untersuchung von UAP berühre zwangsläufig eingestufte Informationen über US-amerikanische und ausländische Systeme. Die Einstufung solle Fähigkeiten der nationalen Sicherheit schützen, nicht die Wahrheit um ihrer selbst willen verbergen. Protokoll der Anhörung im Repräsentantenhaus

Moultrie erklärte entsprechend, das Ministerium versuche, Transparenz und den Schutz von Quellen und Methoden auszubalancieren. Mehrere öffentliche Fragen wurden auf die nicht öffentliche Sitzung vertagt, darunter Aspekte der Unterwassererfassung und detailliertere Sensorinformationen. Daraus ergibt sich eine unvermeidliche Grenze für die Bewertung der Anhörung. Die öffentliche Akte zeigt, welche Fragen die Beamten für eine offene Erörterung als zu sensibel betrachteten; ihre eingestuften Antworten enthält sie nicht. Aus der nicht öffentlichen Sitzung folgt weder, dass dort außergewöhnliche Informationen offengelegt wurden, noch beweist das Fehlen öffentlicher Antworten, dass keine einschlägigen Informationen existierten. Die Geheimhaltung setzt eine Zugangsgrenze. Sie bestimmt nicht, was jenseits dieser Grenze liegt.

Transparenz

Trotz dieser Einschränkungen stellte die offene Sitzung eine echte Erhöhung der Transparenz im Vergleich zu den Vorjahren dar. Hochrangige Vertreter des Verteidigungs- und Marinegeheimdienstes beantworteten Fragen öffentlich. Die Regierung veröffentlichte bisher ungesehene UAP-Bilder.

Die Beamten diskutierten ungefähre Fallzahlen, Berichtsverfahren, ungelöste Fälle, optische Artefakte, Beinaheunfälle, mögliche Sensoranomalien, offensichtliches Signaturmanagement, Materialbestände und die Grenzen der historischen Abdeckung.

Die vollständige Anhörung wurde zudem als offizielles öffentliches Video und als Transkript veröffentlicht. DVIDS — vollständige UAP-Anhörung des Repräsentantenhauses Congress.gov — offizielles Transkript Das bedeutet nicht, dass vollständige Transparenz erreicht wurde. Viele der technisch wertvollsten Einzelheiten blieben eingestuft. Dem Flyby-Video fehlte genügend öffentlicher Kontext für eine belastbare Analyse. Die Task Force konnte einige prominente historische Behauptungen nicht behandeln, während sich ihre Nachfolgeorganisation noch im Aufbau befand. Der Zugewinn bestand daher in Verfahrenstransparenz über den Stand der Untersuchung, nicht in der öffentlichen Freigabe eines vollständigen Belegarchivs.

Nachfolgende Veränderungen

Auf die Anhörung folgten erhebliche institutionelle und gesetzgeberische Entwicklungen. Im Juli ersetzte das DoD AOIMSG durch AARO und weitete den Auftrag ausdrücklich über den früheren Rahmen für luftgestützte Phänomene und Sondernutzungslufträume hinaus aus. DoD — Einrichtung von AARO

Das House Intelligence Committee hob dann die Anhörung im Mai hervor, während es seine FY2023 Intelligence Authorization Act-Vorschläge vorlegte und erklärte, dass das Komitee die erste öffentliche UAP-Anhörung seit mehr als einem halben Jahrhundert durchgeführt hatte und Gesetze verfolgte, um historische Regierungs-UAP-Informationen zu beleuchten. House Intelligence Committee — Juli 2022 IAA Erklärung

Die endgültige FY2023 Geheimdienstgesetzgebung stärkte AARO, schuf neue historische Überprüfungsanforderungen und erweiterte geschützte Berichtsmechanismen. Der Ausschuss beschrieb diese Bestimmungen später als Teil der anhaltenden Bemühungen, die Aufsicht des Kongresses über das Thema zu verbessern. House Intelligence Committee — final 2023 IAA statement

Es wäre zu stark zu sagen, dass all diese Veränderungen durch die Anhörung im Mai verursacht wurden. Die legislative Arbeit war bereits im Gange. Die Anhörung machte jedoch mehrere Schwächen genau zu dem Zeitpunkt öffentlich, als der Kongress entschied, wie das Nachfolgebüro funktionieren sollte. Sein Einfluss wird daher am besten als Teil eines Feedback-Prozesses zwischen Aufsicht, Zeugnis und Gesetzgebung verstanden.

Spätere Berichtszählung

Der ODNI-Jahresbericht vom Januar 2023 ermöglicht eine nützliche rückblickende Prüfung von Brays Näherungswert von 400 Fällen. Zum 30. August 2022 umfasste der Katalog 510 Meldungen.

Von den 366 Meldungen, die zum ursprünglichen Datensatz aus 144 Fällen hinzukamen, wurden 163 zunächst als Ballons oder ballonähnliche Objekte, 26 als UAS oder UAS-ähnliche Objekte und sechs als Störobjekte eingeordnet. Weitere 171 blieben uncharakterisiert und nicht zugeordnet. Das ODNI betonte: Eine erste Einordnung war nicht mit einer positiven Identifizierung gleichzusetzen. ODNI — Jahresbericht 2022

Diese spätere Verteilung unterstützt eines der wichtigsten methodischen Themen der Anhörung. Eine bessere Berichterstattung erzeugt mehr Daten, aber eine größere UAP-Gesamtmenge bedeutet keinen größeren außergewöhnlichen Rückstand. Einige neue Berichte können in bekannte Kategorien eingeteilt werden. Einige bleiben ungelöst, weil ihnen Informationen fehlen. Eine kleinere Untergruppe kann Merkmale enthalten, die eine tiefere Analyse erfordern. Die Unterscheidung zwischen dem ungelösten Vorbeiflug und den zunehmend verstandenen dreieckigen UAS-Bildern nahm genau dieses differenziertere Modell vorweg.

Historische Bedeutung

Die Anhörung von 2022 markierte den Punkt, an dem die moderne UAP-Aufsicht unübersehbar öffentlich wurde. Die ODNI-Bewertung von 2021 hatte bereits festgestellt, dass die Regierung über einen erheblichen Datensatz ungeklärter Meldungen verfügte. Im Mai mussten hochrangige Beamte gewählten Abgeordneten öffentlich erläutern, was die Regierung wusste, was sie nicht wusste und wie sie das Verfahren verbessern wollte. Die Antworten fielen häufig weniger dramatisch aus als die Fragen. Die Datenbank wuchs teilweise aufgrund verbesserter Meldeverfahren. Einige scheinbar ungewöhnliche Aufnahmen ließen sich durch Sensorwirkungen und UAS-Aktivität erklären. Andere Beobachtungen blieben ungeklärt, weil zu wenig Informationen vorlagen. Eine kleinere Gruppe erschien schwieriger und erforderte weitere technische Prüfung.

In den Beständen der Task Force war kein Material nicht terrestrischen Ursprungs identifiziert worden. Historische Behauptungen wurden noch nicht umfassend untersucht. Diese Feststellungen schlossen das Thema nicht ab; sie halfen, die Struktur der nächsten Phase zu bestimmen.

Der spätere All-Domain-Aufgabenbereich, die historische Untersuchung und der geschützte Berichtsmechanismus von AARO befassten sich mit mehreren Schwächen, die während der Anhörung sichtbar waren. Nachfolgende Kongresssitzungen in 2023 und 2024 gingen über die Frage hinaus, ob UAP Aufsicht verdiente, und konzentrierten sich zunehmend auf Transparenz, Whistleblower-Vorwürfe, historische Programme und die Qualität der Arbeit von AARO.

In diesem Sinne bildete der Mai 2022 eine Brücke. Die Regierung hatte die Phase überwunden, in der die UAP-Untersuchung selbst weitgehend der Öffentlichkeit verborgen blieb. Die spätere Phase, in der der Kongress offen über mutmaßliche Bergungsprogramme und historische Verschleierung debattierte, war noch nicht erreicht. Die Anhörung begründete die Erwartung, dass die Exekutive ihre UAP-Arbeit öffentlich erläutern müsse, soweit die Geheimhaltung dies zuließ. Diese veränderte Rechenschaftspflicht ist ihr deutlichstes historisches Vermächtnis.

Belegbewertung

Die Anhörung vom 17. Mai 2022 war historisch wichtig, ihr Beitrag zur Beleglage fiel jedoch nüchterner aus, als die begleitende Öffentlichkeit mitunter vermuten lässt. Ihre größte Leistung bestand darin, den Stand der staatlichen Untersuchung sichtbar zu machen.

Der Kongress stellte öffentlich fest, dass das Fallinventar schnell wuchs, die Stigmatisierung der Berichterstattung reduziert worden war, die UAP Task Force standardisiertere Verfahren entwickelt hatte und die Abteilung immer noch Schwierigkeiten hatte, ihre Nachfolgerorganisation aufzubauen.

Die Anhörung veranschaulichte außerdem zwei unterschiedliche Ergebnisse der UAP-Untersuchung. Der Vorbeiflug an der F/A-18 blieb unidentifiziert, weil die öffentlichen Belege äußerst begrenzt waren. Die dreieckigen Navy-Aufnahmen waren durch den Vergleich mit späteren UAS-Begegnungen und der Aufnahmegeometrie verständlicher geworden. Dieser Kontrast ist wissenschaftlich aufschlussreich. Er zeigt, weshalb unidentifiziert nicht als feste Eigenschaft eines Objekts verstanden werden sollte. Es handelt sich um einen Ermittlungsstatus, der bei verbesserten Belegen fortbestehen, sich ändern oder entfallen kann. Die Erörterung scheinbar anomaler Leistungsmerkmale verlangt dieselbe Sorgfalt.

Bray bestätigte eine kleine Handvoll Fälle mit Flugeigenschaften oder Signatur-Management-Angaben, die die Task Force nicht erklären konnte. Er räumte auch ein, dass Sensorartefakte den konventionellen Antrieb verdunkeln könnten, und lehnte es ab, aus den Beobachtungen auf den Ursprung zu schließen.

Die öffentliche Sitzung stützt somit den Schluss, dass einige Meldungen nach der ersten Prüfung analytisch interessant blieben. Sie enthält jedoch nicht genügend technische Informationen zu einzelnen Fällen, um außergewöhnliche Kinematik unabhängig festzustellen. Die negativen Befunde sind ähnlich begrenzt. Die Task Force besaß keine mit einem terrestrischen Ursprung unvereinbaren Trümmer und hatte keine auf eine nicht terrestrische Quelle hindeutenden Emissionen festgestellt. Das sind aussagekräftige Feststellungen zu ihren Beständen im Mai 2022, aber keine allgemeinen Erkenntnisse über jedes mutmaßliche historische Regierungsprogramm. Der Malmstrom-Austausch machte diese Grenze unmittelbar sichtbar: Eine wichtige historische Behauptung gehörte schlicht nicht zum Datensatz der Task Force.

Das Wilson-Davis-Dokument erzeugte eine andere Art von Vorsicht. Seine Aufnahme in die Anhörungsakte ist historisch bemerkenswert, aber die Zeugen erkannten es nicht und Gallagher lehnte es ausdrücklich ab, seine Echtheit zu behaupten. Die Einbeziehung des Kongresses sollte daher nicht in eine Validierung durch den Kongress umgewandelt werden.

Der dauerhafte Beitrag der Anhörung war folglich verfahrenstechnisch. Es stellte klar, dass der Kongress erwartet, dass die UAP-Untersuchung standardisiert, destigmatisiert, wissenschaftlich vertretbar und einer fortlaufenden Aufsicht unterliegt. Es zeigte sich auch, dass die für die Erfüllung dieser Erwartungen verantwortliche Organisation noch nicht vollständig aufgebaut war. Zwei Monate später wurde AOIMSG AARO.

Quellbibliothek

U.S. House Permanent Select Committee on Intelligence — Unidentified Aerial Phenomena, 17 May 2022

Die Hauptquelle dieses Dossiers. Das offizielle Transkript enthält die Eröffnungserklärungen und Aussagen von Ronald Moultrie und Scott Bray sowie die Erörterungen der Datenbank mit ungefähr 400 Meldungen, der Navy-Aufnahmen des Vorbeiflugs und der Dreiecke, der Flug- und Signaturmerkmale, Beinaheunfälle, Materialbestände der Task Force, Malmstrom, des Wilson-Davis-Dokuments, der HF-Emissionen und des Übergangs zur Nachfolgeorganisation.
Offizielles Anhörungsprotokoll lesen

Department of Defense / DVIDS — Full 17 May 2022 UAP hearing

Offizielles gemeinfreies Video der öffentlichen Kongressanhörung. Es ermöglicht, die Präsentation der Videos und Aussagen in ihrem ursprünglichen öffentlichen Kontext zu prüfen.
Offizielles Anhörungsvideo ansehen

U.S. Navy / DVIDS — “Navy 2021 Flyby video”

Offizielle Regierungsfreigabe des kurzen Cockpit-Videos, das bei der Anhörung gezeigt wurde. DVIDS beschreibt es als flüchtige Begegnung mit einem unbekannten Objekt und stellt fest, dass der Clip die Geschwindigkeit zeigt, mit der ein Militärflugzeug ein unbekanntes Objekt passieren kann. Das Video liefert nicht die Reichweite und Geometrie, die für eine unabhängige Berechnung der physikalischen Geschwindigkeit erforderlich sind.
Sehen Sie das offizielle Flyby-Video

U.S. Navy / DVIDS — 2019 West Coast UAP video

Offizielle Veröffentlichung der von Bray diskutierten Nachtsichtbilder. Die Marine stellt fest, dass Objekte, die ursprünglich als UAP behandelt wurden, später als unbemannte Luftsysteme auf der Grundlage zusätzlicher Beobachtungen und Daten neu klassifiziert wurden.
Sehen Sie sich das offizielle 2019 West Coast Video an

U.S. Navy / DVIDS — East Coast triangular UAP image

Offizielles Marinebild, das im selben Vergleich verwendet wurde. Die Regierungsbeschreibung besagt, dass das Bild mit einer Nachtsichtbrille und einer Spiegelreflexkamera aufgenommen wurde und dass die scheinbare UAP anschließend aufgrund zusätzlicher Informationen als UAS neu klassifiziert wurde.
Sehen Sie sich das offizielle Ostküstenbild an

Office of the Director of National Intelligence — Preliminary Assessment: Unidentified Aerial Phenomena, 25 June 2021

Die zentrale nachrichtendienstliche Hintergrundbewertung, auf die in der Anhörung wiederholt verwiesen wurde. Sie dokumentierte den ursprünglichen Datensatz von 144 Meldungen, 80 multisensorisch erfasste Meldungen, 18 Vorfälle mit scheinbar ungewöhnlichen Flugmerkmalen, 11 Beinaheunfälle und fünf breite Erklärungskategorien.
Vorläufige ODNI-Bewertung lesen

Public Law 117-81 — FY2022 National Defense Authorization Act, §1683

Der gesetzliche Rahmen, der den Kongressfragen zum Nachfolgebüro von UAP zugrunde liegt. Es erforderte eine standardisierte Berichterstattung, zentralisierte Daten, Felduntersuchungen, wissenschaftliche Analysen, Informationssammlung und wiederkehrende Berichterstattung im Kongress.
Lesen Sie die FY2022 NDAA

Department of Defense — AOIMSG establishment memorandum and announcement, November 2021

Primäres institutionelles Material zu der in der Anhörung erörterten Organisation. AOIMSG war als Nachfolger der UAP Task Force eingerichtet worden, befand sich im Mai 2022 jedoch noch im personellen und organisatorischen Aufbau.
Lesen Sie das AOIMSG Establishment Memorandum

Department of Defense — establishment of AARO, July 2022

Primäre Folgequelle. Zwei Monate nach der Anhörung erweiterte das DoD AOIMSG formell und benannte die Einrichtung in All-domain Anomaly Resolution Office um, um die weiter gehenden gesetzlichen Anforderungen für das Haushaltsjahr 2022 zu erfüllen.
Lesen Sie die DoD AARO Ankündigung

Office of the Director of National Intelligence — 2022 Annual Report on Unidentified Aerial Phenomena

Die wichtigste Folgebewertung zu Brays Näherungswert von 400 Fällen. Zum 30. August 2022 enthielt der Regierungskatalog 510 Meldungen. Der Bericht ist außerdem wichtig, um die anfängliche Einordnung von Fällen als Ballon, UAS oder Störobjekt von einer positiven endgültigen Identifizierung zu unterscheiden.
Lesen Sie den ODNI 2022 Jahresbericht

House Permanent Select Committee on Intelligence — FY2023 Intelligence Authorization Act statement, 20 July 2022

Offizielle Erklärung des Ausschusses, in der das Verfahren im Mai als die erste öffentliche UAP-Anhörung seit mehr als einem halben Jahrhundert beschrieben und die anhaltende Arbeit des Kongresses mit historischen UAP-Informationen und der nationalen Sicherheitsaufsicht verknüpft wird.
Lesen Sie die Erklärung des House Intelligence Committee

House Permanent Select Committee on Intelligence — final FY2023 Intelligence Authorization Act statement, 8 December 2022

Primäre Folgemaßnahmen des Kongresses, die die Stärkung der AARO und die Fortsetzung der UAP-Aufsicht nach der Anhörung im Mai beschreiben.
Lesen Sie die endgültige IAA-Erklärung des Ausschusses


Forschungskategorie: Kongressaufsicht / öffentliche Anhörung des Geheimdienstausschusses
Anhörungstermin: 17. Mai 2022
Ausschuss: House Permanent Select Committee on Intelligence, Unterausschuss für Terrorismusbekämpfung, Spionageabwehr und Antiproliferation
Zeugen: Ronald S. Moultrie und Scott W. Bray
Genannte Datenbankgröße: ungefähr 400 Meldungen
Spätere offizielle Kataloggröße: 510 Meldungen zum 30. August 2022
Öffentliche Belege: Navy 2021 Flyby Video und vergleichende Navy-Nachtsichtaufnahmen von UAS / Dreiecken
Prüfdatum: Beleglage geprüft bis 26. August 2026
Forschungsstatus: Historisch — die Anhörung trug dazu bei, die öffentliche Aufsicht des Kongresses zu etablieren und institutionelle Lücken offenzulegen, die durch die Einrichtung und spätere Erweiterung von AARO teilweise geschlossen wurden.