Überblick
Am 17 May 2022 hielt der U.S. House Permanent Select Committee on Intelligence, über seinen Subcommittee on Counterterrorism, Counterintelligence, and Counterproliferation, die erste öffentliche Kongressanhörung zu Unidentifizierte Luftphänomene (UAP) seit mehr als fünfzig Jahren ab.
Die Anhörung markierte einen bedeutenden Meilenstein in der modernen Ära der UAP-Offenlegung, indem hochrangige Beamte des Department of Defense und der U.S. Navy vor dem Kongress in einer öffentlichen, im Fernsehen übertragenen Sitzung über laufende Regierungsuntersuchungen sprachen.
Zu den Zeugen gehörten Ronald S. Moultrie, Unterstaatssekretär für Nachrichtendienste und Sicherheit, sowie Scott W. Bray, stellvertretender Direktor des Naval Intelligence.
Die Anhörung spiegelte das wachsende Interesse des Kongresses nach der Veröffentlichung der ODNI Preliminary Assessment im Jahr 2021 wider und zeigte die zunehmende parlamentarische Aufsicht über UAP-Untersuchungen.
Hintergrund
Der Anhörung gingen mehrere Jahre verstärkter staatlicher Aktivitäten zu UAP voraus, darunter:
- Die Einführung neuer Meldeverfahren der U.S. Navy im Jahr 2019.
- Die offizielle Veröffentlichung von UAP-Videos der Navy durch das Pentagon im Jahr 2020.
- Die Einrichtung der Unidentified Aerial Phenomena Task Force (UAPTF).
- Die Veröffentlichung der ODNI Preliminary Assessment im June 2021.
- Die Bildung der Airborne Object Identification and Management Synchronization Group (AOIMSG) im November 2021.
Mitglieder des Kongresses forderten mehr Transparenz über das Verständnis der Regierung von ungeklärten Vorfällen in der Luft und deren mögliche Auswirkungen auf die nationale Sicherheit.
Die Anhörung
Während der Anhörung erläuterten Beamte des Department of Defense, wie Militärangehörige UAP-Begegnungen melden, und beschrieben Bemühungen zur Verbesserung von Datenerfassung und Analyse.
Beamte erklärten, dass:
- Ungefähr 400 militärische UAP-Meldungen waren erfasst worden, was einen deutlichen Anstieg seit der Preliminary Assessment von 2021 darstellte.
- Verbesserte Meldeverfahren hatten Militärangehörige dazu ermutigt, mehr Beobachtungen einzureichen.
- Bei den meisten gemeldeten Vorfällen fehlten ausreichende Informationen für eine definitive Identifizierung.
- Es waren keine Belege dafür gefunden worden, dass die gemeldeten Phänomene außerirdischen Ursprungs waren.
- Die Untersuchungen blieben auf Flugsicherheit und nationale Sicherheit ausgerichtet.
Beamte zeigten außerdem ein zuvor unveröffentlichtes Video, das von einem Navy-Flugzeug aufgenommen worden war und ein unidentifiziertes Objekt beim Durchqueren militärischen Luftraums zeigte. Sie erklärten, dass das Objekt zwar unidentifiziert blieb, die Belege jedoch nicht ausreichten, um Schlussfolgerungen über seinen Ursprung zu ziehen.
Während der gesamten Anhörung betonten die Zeugen, dass der Abbau des mit der Meldung von UAP-Begegnungen verbundenen Stigmas weiterhin eine Priorität für das Department of Defense sei.
Reaktion von Öffentlichkeit und Regierung
Die Anhörung zog erhebliche internationale Medienberichterstattung auf sich und wurde weithin als eine der bedeutendsten öffentlichen UAP-Diskussionen der US-Regierung seit dem Ende von Project Blue Book angesehen.
Mitglieder des Kongresses aus beiden politischen Parteien unterstützten weitere Untersuchungen und ermutigten zu stärkerer Zusammenarbeit zwischen dem Department of Defense und der Intelligence Community.
Die Anhörung zeigte außerdem einen Wandel in offizieller Terminologie und Schwerpunktsetzung; die Diskussionen konzentrierten sich auf Flugsicherheit, Nachrichtengewinnung und operative Sicherheit statt auf spekulative Erklärungen.
Das öffentliche Interesse an UAP wuchs nach der Anhörung weiter und trug zu weiteren gesetzgeberischen Maßnahmen im späteren Verlauf des Jahres 2022 bei.
Historische Bedeutung
Die Anhörung im May 2022 stellte einen wichtigen Wendepunkt in der Aufsicht des Kongresses über UAP-Untersuchungen dar.
Zu ihrer Bedeutung gehören:
- Erste öffentliche UAP-Anhörung des Kongresses seit mehr als fünfzig Jahren.
- Öffentliche Aussagen hochrangiger Beamter des Department of Defense und des Navy-Geheimdienstes.
- Bestätigung, dass militärische UAP-Meldungen deutlich zugenommen hatten.
- Mehr Transparenz über staatliche Untersuchungsverfahren.
- Stärkerer Impuls für gesetzgeberische Reformen, die zur Schaffung von AARO führten.
Die Anhörung etablierte regelmäßige Aufsicht des Kongresses als zentrales Merkmal des modernen Ansatzes der US-Regierung zur Untersuchung unidentifizierter Luftphänomene.