Zur Person

Chad Underwood war während der Trainingsübungen im November 2004 US-Navy-Flieger an Bord der USS Nimitz. Bei einem Einsatz nach der visuellen Begegnung von Fravor und Dietrich erfasste und zeichnete sein Flugzeug das Infrarotziel auf, das in dem allgemein als FLIR1 bezeichneten Video zu sehen ist.

Underwood ist der Hauptzeuge für die Erfassung dieser Aufzeichnung. Bei Fravors früherer visueller Nahbegegnung mit Manövern war er nicht anwesend.

Was dieser Person zugeschrieben werden kann

Underwood hat erklärt, dass:

  • er angewiesen wurde, nach der Rückkehr der früheren Flugbesatzung Nachforschungen anzustellen;
  • das Zielsystem seines Flugzeugs ein nicht identifiziertes Ziel erfasste;
  • er sich darauf konzentrierte, die Sensorverfolgung aufrechtzuerhalten und aufzuzeichnen;
  • er mit bloßem Auge keine brauchbare Sicht erhielt;
  • das Ziel über den Sensor schwer zu identifizieren war;
  • das System ein ungewöhnliches oder schwieriges Trackingverhalten zeigte;
  • er die Bezeichnung „Tic Tac“ verwendete oder zu ihrer Verbreitung beitrug;
  • das Ziel schließlich den Bereich verließ oder die Verfolgung verloren ging.

Er kann den Cockpitbetrieb, die Sensordarstellung und den Einsatzkontext unmittelbar beschreiben. Fravors frühere visuelle Nahbereichsdetails kann er nicht unmittelbar bestätigen.

Wie der Bericht in die Akten gelangte

FLIR1 wurde im November 2004 zeitgleich mit dem Ereignis aufgezeichnet. Kopien zirkulierten später außerhalb offizieller Kanäle und wurden im Zusammenhang mit der Berichterstattung von 2017 über militärische UAP-Begegnungen veröffentlicht.

Das Department of Defense veröffentlichte das Video im April 2020 formell und bestätigte, dass es sich um authentisches Navy-Material handelte. Es erklärte, das Phänomen werde weiterhin als nicht identifiziert eingestuft.

Underwood gab 2019 ein ausführliches namentliches Interview. Dies ist eine nützliche Aussage aus erster Hand, wurde jedoch fünfzehn Jahre nach dem Einsatz aufgezeichnet. Technische Behauptungen sollten mit der angezeigten Symbolik und vollständigen technischen Daten verglichen und nicht allein aufgrund der Erinnerung akzeptiert werden.

Evidenzanalyse

Unmittelbarkeit und Zugang

Underwood bediente unmittelbar das Flugzeug und Sensorsystem, die mit FLIR1 verbunden sind. Dies verleiht ihm hohen Beweiswert für:

  • die Umstände der Erfassung;
  • die Arbeitsbelastung am Sensor;
  • ob die Verfolgung schwer aufrechtzuerhalten war;
  • wie die Anzeige für einen erfahrenen Bediener aussah;
  • was während des Einsatzes und des Debriefings besprochen wurde.

Seine Unmittelbarkeit ist geringer in Bezug auf:

  • Zielentfernung;
  • physische Größe;
  • tatsächliche Geschwindigkeit;
  • die Ursache des Verlusts der Verfolgung;
  • die Identität mit Fravors Objekt;
  • die frühere Radarhistorie.

Diese Fragen erfordern Daten, die über die Erinnerung eines Bedieners hinausgehen.

Keine direkte visuelle Identifizierung

Underwood hat erklärt, dass er sich auf den Sensor konzentrierte und keine klare Sicht mit bloßem Auge erhielt. Seine Beobachtung war daher instrumentenvermittelt.

Dies begrenzt Aussagen zur physischen Form. Das weiße längliche Bild kann darstellen:

  • den tatsächlichen thermischen Umriss des Ziels;
  • Infrarotüberstrahlung;
  • die Punktspreizfunktion des Sensors;
  • nicht aufgelöste Struktur;
  • eine Kombination aus Ziel und optischen Effekten.

Die Bezeichnung „Tic Tac“ ist eine Beschreibung des Erscheinungsbilds und keine gemessene Geometrie.

Sensorfachkenntnis

Underwoods Erfahrung mit der F/A-18 und dem Zielerfassungsbehälter ist hoch relevant. Er dürfte mit normalen Anzeigen, Verfolgungsmodi und gewöhnlichen Luftfahrzeugzielen vertraut gewesen sein.

Auch fachkundige Interpretation bleibt eingeschränkt, wenn entscheidende Werte fehlen. Der öffentliche Clip enthält keine verifizierte Zielentfernung. Ohne Entfernung lässt sich aus scheinbarer Winkelbewegung keine physische Geschwindigkeit ableiten.

Das öffentliche Video ist außerdem ein ausgewählter Ausschnitt und nicht das vollständige Einsatzpaket.

Schwierigkeiten bei der Verfolgung und behauptetes Jamming

Underwood hat ungewöhnliches Trackingverhalten beschrieben und Begriffe verwendet, die mit Jamming oder Störungen verbunden sind.

Eine Schlussfolgerung auf Jamming würde diagnostische Belege erfordern, die absichtliche elektronische Gegenmaßnahmen unterscheiden von:

  • schwachem Kontrast;
  • einem Moduswechsel;
  • Hintergrundstörungen;
  • dem Verhalten des Tracking-Gates;
  • der Zielausrichtung;
  • Sensorgrenzen;
  • atmosphärischen Effekten;
  • Manövern des Bedieners.

Kein öffentliches Protokoll der elektronischen Kampfführung und keine vollständige Telemetrie belegen absichtliches Jamming durch das Ziel.

Scheinbarer Abflug

Der Clip endet, als sich das Ziel aus dem Sichtfeld bewegt oder daraus verloren geht. Dies wird häufig als außergewöhnliche Beschleunigung beschrieben.

Das Bild allein belegt diese Interpretation nicht. Ein Verlust der Verfolgung kann entstehen durch:

  • Schwenken des Sensors;
  • Flugzeuggeometrie;
  • Kontrastverlust;
  • Zielbewegung mit gewöhnlicher Geschwindigkeit;
  • eine Änderung von Modus oder Sichtfeld;
  • das Ende des ausgewählten Clips.

Eine gemessene Beschleunigung erfordert bekannte Entfernung, bildweise Sichtlinien und die Bewegung des Flugzeugs.

Bezug zur früheren visuellen Begegnung

Fravor und Dietrich begegneten zuvor einem Objekt. Underwoods Einsatz fand später in der Übungsabfolge statt.

Die öffentliche Dokumentation liefert keine durchgehende Radar- oder Sichtverfolgung, die Folgendes verbindet:

  • das frühere Objekt;
  • die Behauptung zum Combat-Air-Patrol-Punkt;
  • Underwoods Ziel;
  • jeden vorausgegangenen Radarkontakt.

Der operative Kontext macht einen Zusammenhang plausibel. Er belegt jedoch keine Identität.

Der Wert des Videos

FLIR1 ist wichtig, weil es sich um ein zeitgenössisches militärisches Sensorprodukt mit sichtbarer Symbolik handelt. Es zeigt, dass Underwood ein Ziel verfolgte, das er nicht identifizieren konnte.

Es belegt für sich allein nicht:

  • eine flügellose physische Struktur;
  • außergewöhnliche Geschwindigkeit;
  • sofortige Beschleunigung;
  • transmediale Fortbewegung;
  • fortgeschrittenen Antrieb;
  • nichtmenschliche Herkunft.

Alternative Deutungen

Entferntes konventionelles Luftfahrzeug

Stärken

  • Ein entferntes Luftfahrzeug kann im Infrarotbild nicht aufgelöst erscheinen.
  • Infrarotüberstrahlung kann Flügel und Leitwerk verdecken.
  • Eine unbekannte Entfernung lässt gewöhnliche Geschwindigkeit zu.
  • Ein Verlust der Verfolgung kann durch Geometrie oder Sensorgrenzen entstehen.

Schwächen

  • Underwood erkannte keine Signatur eines konventionellen Luftfahrzeugs.
  • Der operative Kontext umfasste frühere unbekannte Kontakte.
  • Kein bestimmtes Luftfahrzeug wurde öffentlich zugeordnet.

Ballon oder nicht angetriebenes Objekt

Stärken

  • Kann als einfaches längliches Wärmebildziel erscheinen.
  • Unbekannte Entfernung und Flugzeugbewegung können scheinbare Bewegung erzeugen.
  • Das Fehlen sichtbarer Steuerflächen wäre zu erwarten.

Schwächen

  • Die Sensorverfolgung und das berichtete Verhalten passen möglicherweise nicht zu passiver Drift.
  • Keine Ballonfreisetzung wurde mit dem Ereignis in Verbindung gebracht.

Sensorartefakt oder Überstrahlung um eine reale Quelle

Stärken

  • Erklärt die einfache Form.
  • Passt zu einer instrumentenvermittelten Beobachtung ohne Bestätigung mit bloßem Auge.
  • Kann scheinbare Größe und Ausrichtung verändern.

Schwächen

  • Ein reales externes Ziel scheint dennoch verfolgt worden zu sein.
  • Ein Artefakt allein erklärt möglicherweise nicht den vollständigen Verlauf der Sichtlinie.

Ein tatsächlich nicht identifiziertes physisches Objekt

Stärken

  • Von einer erfahrenen Einsatzbesatzung aufgezeichnet.
  • Das Ziel blieb nach dem Debriefing nicht identifiziert.
  • Das Ereignis fand innerhalb einer breiteren Abfolge ungewöhnlicher Meldungen statt.

Schwächen

  • Entfernung und vollständige Telemetrie sind nicht verfügbar.
  • Der Clip zeigt keine validierte außergewöhnliche Kinematik.
  • Die Identität mit dem früheren Objekt ist nicht belegt.

Was gesichert ist

  • Underwood bediente das Flugzeug und den Sensor, mit denen FLIR1 aufgezeichnet wurde.
  • FLIR1 ist authentisches Material der Navy.
  • Er nahm an Fravors früherer visueller Nahbegegnung nicht teil.
  • Er verfolgte ein nicht identifiziertes Infrarotziel.
  • Dem öffentlichen Clip fehlen genügend Informationen für eine vollständige kinematische Lösung.

Was nicht gesichert ist

  • Eine direkte Sicht Underwoods mit bloßem Auge.
  • Physische Abmessungen oder Struktur.
  • Absichtliches elektronisches Jamming.
  • Außergewöhnliche Beschleunigung.
  • Identität mit Fravors Objekt.
  • Betreiber, Technologie oder Herkunft des Ziels.

Fehlende oder nicht verfügbare Belege

  • Die vollständige ungeschnittene Sensoraufzeichnung.
  • Verifizierte Zielentfernung.
  • Vollständige Navigations- und Zielbehälter-Telemetrie des Flugzeugs.
  • Einsatzaudio und Debriefing.
  • Protokolle der elektronischen Kampfführung.
  • Eine durchgehende Spur, die das Ziel mit der früheren Begegnung verbindet.
  • Technische Analyse des genauen Behältermodus und der Sequenz des Trackingverlusts.

Gesamtbewertung

Wir bewerten Underwood als den stärksten Zeugen dafür, wie FLIR1 erfasst wurde. Seine direkte Sensorfachkenntnis und das zeitgenössische Video verleihen seinem Bericht mehr Wert als einer späteren Erinnerung ohne instrumentelle Aufzeichnung.

Die Aufzeichnung dokumentiert ein nicht identifiziertes Ziel. Sie bestätigt die frühere Nahbegegnung nicht unabhängig und belegt keine außergewöhnliche Beschleunigung. Technische Formulierungen aus Interviews sollten vollständiger Telemetrie untergeordnet bleiben, die öffentlich nicht verfügbar ist.

Einschätzungssicherheit nach Aussage

  • HochUnderwood erfasste und zeichnete ein reales externes Sensorziel auf.
  • HochDas Ziel war für ihn während des Einsatzes nicht identifiziert.
  • MittelDas Ziel zeigte im Vergleich zu routinemäßigen Luftfahrzeugen eine ungewöhnliche Darstellung.
  • NiedrigEs störte den Sensor absichtlich.
  • NiedrigEs führte einen außergewöhnlich stark beschleunigten Abflug aus.
  • Sehr niedrigFLIR1 belegt nichtmenschliche Technologie.

Quellen

Offizielle Unterlagen, zeitgenössisches Material, institutionelle Archive und weitere zitierte Forschung. Die Aufnahme dokumentiert die Aktenlage; sie bedeutet nicht, dass der Herausgeber jede berichtete Deutung unterstützt.

Weitere Interviews und Medien

Spezifische Interviews, Aufzeichnungen und Dokumentarmaterialien zu dieser Person oder dem zugehörigen Ereignis. Diese Inhalte dienen als Kontext und Quellenmaterial, nicht als unabhängige Bestätigung jeder darin erhobenen Behauptung.

Zugehörige Fallforschung

Weitere Zeugen in der Aktenlage

Diese Links verweisen auf Personen oder Gruppen, die mit demselben Fall verbunden sind. Ihre Berichte sollten unabhängig bewertet werden, bevor sie als Bestätigung herangezogen werden.