UAP-Forschungsprofil
David Spergel
Astrophysiker und Vorsitzender der unabhängigen NASA-UAP-Studie
- TitelAstrophysiker und Vorsitzender der unabhängigen NASA-UAP-Studie
Überblick
David N. Spergel ist Astrophysiker, Präsident der Simons Foundation und emeritierter Professor der Princeton University. Seine etablierte wissenschaftliche Laufbahn konzentriert sich auf Kosmologie, die Analyse der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, Exoplaneten und bedeutende astronomische Missionen. 2022 berief ihn die NASA zum Vorsitzenden ihres Independent Study Team zu unidentifizierten anomalen Phänomenen (UAP). Diese externe Gruppe aus 16 Mitgliedern sollte ermitteln, wie Daten, wissenschaftliche Methoden und Beobachtungsinfrastruktur der NASA zur künftigen UAP-Forschung beitragen könnten. [S1][S2][S3]
Spergels Bedeutung für die UAP-Akten ist daher methodischer Art; sie beruht nicht auf einer eigenen Zeugenaussage. Das NASA-Team erhielt weder den Auftrag, bekannte historische UFO-Fälle erneut zu untersuchen, noch sollte es feststellen, ob ein bestimmtes Ereignis außerirdischen Ursprungs war. Die NASA erklärte wiederholt, die Studie solle ermitteln, welche Daten vorliegen, welche künftig erhoben werden sollten und wie sich die wissenschaftliche Analyse verbessern ließe. [S2][S3]
Der Abschlussbericht des Teams von 2023 kam zu dem Ergebnis, dass der verfügbare UAP-Datensatz zu wenige hochwertige Beobachtungen enthielt, um belastbare wissenschaftliche Schlüsse über die Natur der Phänomene zu ziehen. Er empfahl eine kalibrierte Multisensorerfassung, belastbare Metadaten, ein systematisches Meldewesen, maschinelles Lernen ausschließlich auf gut charakterisierten Datensätzen sowie eine stärkere Nutzung der wissenschaftlichen und luftfahrtbezogenen Infrastruktur der NASA. [S4][S5] Spergel ist damit eines der deutlichsten Beispiele für eine Beschäftigung der etablierten Wissenschaft mit UAP, die das Thema weder verwirft noch ungelöste Meldungen als Evidenz für eine bevorzugte außergewöhnliche Erklärung behandelt.
Wissenschaftliche Laufbahn
Spergel erwarb seinen ersten Hochschulabschluss in Princeton und promovierte in Astronomie in Harvard. 1987 trat er der Fakultät in Princeton bei, leitete später das Department of Astrophysical Sciences und wurde Charles A. Young Professor of Astronomy. Heute ist er emeritierter Professor. [S1][S6]
2016 wurde er Gründungsdirektor des Center for Computational Astrophysics am Flatiron Institute; 2021 übernahm er das Amt des Präsidenten der Simons Foundation. [S1][S6] Seine bekanntesten Arbeiten betreffen die Wilkinson Microwave Anisotropy Probe (WMAP) und spätere Messungen der kosmischen Mikrowellen-Hintergrundstrahlung. Spergel und seine Mitautoren nutzten diese Beobachtungen, um Alter, Geometrie und Zusammensetzung des Universums einzugrenzen, und leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Etablierung des kosmologischen Standardmodells. [S1][S6] Er wirkte außerdem maßgeblich an der Entwicklung des wissenschaftlichen Programms des Nancy Grace Roman Space Telescope mit und gehörte wissenschaftlichen Beratungsgremien an, darunter dem Space Studies Board der National Academies und mit der NASA verbundenen Ausschüssen. [S6]
Dieser Hintergrund ist relevant, weil Spergels wissenschaftliche Laufbahn darauf beruht, aus kalibrierten Messungen, Unsicherheitsabschätzungen und großen Datensätzen physische Schlussfolgerungen zu gewinnen. Genau in diesen Bereichen sah das UAP-Team der NASA die größten Schwächen der vorhandenen Evidenzbasis.
Die NASA beauftragt eine UAP-Studie
Die NASA kündigte die unabhängige UAP-Studie im Juni 2022 an. Die Behörde erklärte, das Projekt werde unidentifizierte Luftphänomene aus wissenschaftlicher Perspektive und anhand nicht als Verschlusssache eingestufter Informationen untersuchen. Zugleich stellte die NASA von Beginn an fest, dass keine Evidenz für einen außerirdischen Ursprung von UAP vorliege. [S2]
Im Oktober 2022 benannte die NASA die 16 Teammitglieder und bestätigte Spergel als Vorsitzenden. Der Gruppe gehörten Wissenschaftler, Datenspezialisten, Fachleute für Flugsicherheit, der ehemalige Astronaut Scott Kelly sowie Vertreter aus kommerziellen und regierungsnahen technischen Bereichen an. [S3]
Die Studie folgte den Verfahren des Federal Advisory Committee Act. In ihren aktuellen FAQ erklärt die NASA, dass die Mitglieder den ethischen Anforderungen und Verfahren zur Offenlegung finanzieller Interessen unterlagen, die mit ihrem Status verbunden waren. [S7] Dies ist wichtig, weil das Team institutionell anders ausgestaltet war als eine private UFO-Forschungsgruppe. Die NASA hatte es beauftragt, formelle externe wissenschaftliche Beratung zu leisten.
Das macht jedoch nicht jede Äußerung eines einzelnen Mitglieds zu einer Schlussfolgerung der NASA. Der Abschlussbericht ist das gemeinsame Ergebnis des Teams.
Umfang der Studie
Der Untersuchungsumfang des Teams gehört zu den am häufigsten missverstandenen Aspekten der UAP-Arbeit der NASA. Die NASA erklärte ausdrücklich, dass es sich bei der Studie nicht um eine Überprüfung oder Bewertung früherer UAP-Vorfälle handelte. [S5] Stattdessen sollte das Team acht methodische Fragen untersuchen:
- vorhandene zivile und kommerzielle Datensätze;
- Daten, welche die NASA künftig erheben könnte;
- Analysemethoden;
- physikalische Randbedingungen;
- Informationen zum zivilen Luftraum;
- Meldeprotokolle;
- Systeme des Flugverkehrsmanagements. Diese Abgrenzung ist wesentlich.
Die Studie kam weder zu dem Schluss, bekannte Fälle wie Nimitz, GIMBAL, GOFAST oder historische Ereignisse aus Project Blue Book seien außergewöhnlich, noch stellte sie fest, alle diese Fälle seien konventionell erklärt. Sie lagen schlicht außerhalb des vorrangigen Auftrags zur Fallprüfung.
Daten als zentrales Problem
Spergels öffentliche Äußerungen nach Abschluss der Studie betonten durchgehend die Datenqualität. In ihrer Mitteilung von 2023 zitiert ihn die NASA mit der Aussage, für einen verlässlichen Datensatz für künftige Untersuchungen seien systematische Kalibrierung, mehrere Messungen und vollständige Sensormetadaten erforderlich. [S5] Der Abschlussbericht nennt mehrere wiederkehrende Schwächen:
- mangelhafte oder fehlende Sensorkalibrierung;
- fehlende unabhängige Mehrfachmessungen;
- fehlende Sensormetadaten;
- unzureichende Referenzdaten;
- unvollständige Kuratierung;
- uneinheitliches ziviles Meldewesen. [S4]
Dies sind keine nebensächlichen technischen Einzelheiten. Sie bestimmen, ob sich eine wissenschaftlich interessante Größe überhaupt berechnen lässt.
Eine scheinbar schnelle Bewegung in einem Video belegt beispielsweise keine extreme physische Geschwindigkeit, wenn Entfernung und Kamerageometrie unbekannt sind. Eine Infrarotsignatur lässt sich möglicherweise nur schwer deuten, wenn das Ansprechverhalten und die Verarbeitung des Sensors unbekannt sind. Der zentrale Beitrag des Teams bestand darin, die Frage von "does this look unusual?" zu "what measurements are required to determine whether it is physically unusual?" zu verschieben.
Kalibrierung und Metadaten
Der Bericht misst der Kalibrierung ungewöhnlich große Bedeutung bei. Ein Sensor bildet die physische Welt mithilfe eines Instruments ab, das bekannte und unbekannte Verhaltensweisen aufweist. Für die Interpretation des Ergebnisses benötigen Forscher Angaben zu:
- Sensortyp;
- Betriebsart;
- Rauschcharakteristik;
- Zeitpunkt;
- Standort;
- Ausrichtungsgeometrie;
- Verarbeitung;
- Kalibrierungshistorie. Der Bericht weist darauf hin, dass sich scheinbare UAP in einigen Fällen als Sensorartefakte erwiesen, nachdem Kalibrierung und Metadaten untersucht worden waren. [S4]
Dies ist kein Argument dafür, dass alle UAP Artefakte seien. Es erklärt, weshalb ein ungeklärtes Bild noch keine hinreichende Evidenz für ein ungewöhnliches äußeres Objekt darstellt. Spergels Team behandelte die Charakterisierung der Instrumente deshalb als Teil der Evidenz und nicht als nachrangige technische Routinearbeit.
Mehrfache Messungen
Der Bericht empfiehlt außerdem die Erfassung mithilfe mehrerer gut kalibrierter Sensoren. Multisensordaten können unterschiedliche Eigenschaften eines Ziels eingrenzen. Aufnahmen im sichtbaren Spektrum können die Winkelposition liefern. Infrarotdaten können spektrale oder thermische Informationen bereitstellen.
Radar kann Entfernung und Geschwindigkeit bestimmen. Umweltdaten können atmosphärische Erklärungen prüfen. Entscheidend ist nicht bloß, dass "more sensors are better". Unabhängige Messungen können Mehrdeutigkeiten auflösen, durch die sich Beobachtungen mit einem einzigen Sensor nicht eindeutig interpretieren lassen. Diese Empfehlung entspricht unmittelbar den Messstandards, die später mehrere gegenwärtige UAP-Forschungsgruppen hervorhoben.
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
Das Team empfahl, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen einzusetzen, um große Datensätze nach seltenen Ereignissen zu durchsuchen. Der Bericht enthielt jedoch eine entscheidende Bedingung: KI-Systeme sind nur dann nützlich, wenn sie anhand gut charakterisierter, streng erhobener Daten trainiert und auf solche Daten angewandt werden. [S4] Dies ist wichtig, weil algorithmische Anomalieerkennung häufig missverstanden wird. Ein KI-Modell kann einen statistischen Ausreißer erkennen, ohne festzustellen, weshalb er ungewöhnlich ist.
Mangelhafte Kalibrierung, fehlende Kategorien in den Trainingsdaten oder Instrumentenrauschen können sämtlich Ausreißer erzeugen. Der NASA-Bericht ordnet KI daher in eine umfassendere wissenschaftliche Prozesskette ein, statt sie wie einen automatisierten UFO-Detektor zu behandeln.
Bestimmung des normalen Referenzbereichs
Der Abschlussbericht argumentiert, die Suche nach Anomalien erfordere ein fundiertes Verständnis dessen, was normal ist. Bekannte Flugzeuge, Ballons, Satelliten, Sonnenreflexe und atmosphärische Effekte müssten mit denselben Instrumenten unter vergleichbaren Bedingungen gemessen werden. Erst dann könnten Forscher quantifizieren, wie stark eine mögliche Beobachtung von der erwarteten Verteilung abweicht. [S4] Dies ist einer der wichtigsten methodischen Punkte des Berichts.
Ein Phänomen ist nicht allein deshalb wissenschaftlich anomal, weil ein Beobachter nicht damit vertraut ist. Eine Anomalie ist nur im Verhältnis zu einem gut charakterisierten Hintergrund aussagekräftig.
Meldungen aus der Bevölkerung und Flugsicherheit
Das NASA-Team empfahl außerdem, das zivile Meldewesen zu verbessern. Die NASA betreibt bereits für die FAA das Aviation Safety Reporting System (ASRS), ein vertrauliches freiwilliges Meldesystem für Piloten, Fluglotsen und andere Luftfahrtfachleute. Das Gremium regte an, mit den Erfahrungen der NASA einen verlässlicheren Datensatz für UAP-Meldungen aufzubauen und die mit dem Melden verbundene Stigmatisierung zu verringern. [S4][S5] Dies bedeutet nicht, dass jede Pilotenmeldung wissenschaftlich aussagekräftig ist.
Die Empfehlung betrifft ein Problem der Datenqualität: Potenziell nützliche Beobachtungen können nicht analysiert werden, wenn sie nicht erfasst werden; uneinheitliche Meldeformate erschweren zudem spätere Vergleiche. Der Schwerpunkt des Teams auf Stigmatisierung war daher in erster Linie methodisch und keine inhaltliche Bestätigung außergewöhnlicher Behauptungen.
Physikalische Randbedingungen und außergewöhnliche Leistungsdaten
Der Bericht untersuchte, ob sich anhand der vorhandenen Beobachtungen physikalische Randbedingungen für UAP bestimmen lassen. Die Antwort fiel zurückhaltend aus.
Die Beobachtungen waren zu uneinheitlich, um einen einzigen Satz von UAP-Merkmalen zu bestimmen. Stattdessen schlug der Bericht vor, gut charakterisierte Beobachtungen mit den bekannten Geschwindigkeits- und Beschleunigungsbereichen von Flugzeugen, Drohnen, Ballons und anderen konventionellen Systemen zu vergleichen. [S4]
Ein tatsächlich gut gemessenes Ereignis außerhalb dieser Bereiche wäre wissenschaftlich interessant. Der entscheidende Ausdruck lautet "well-measured". Behauptungen extremer Beschleunigung werden nicht schon dadurch belastbar, dass ein Objekt scheinbar schnell über eine Anzeige läuft. Entfernung und Geometrie müssen bestimmt sein. Dieser Punkt nimmt spätere Debatten über freigegebene militärische Sensorvideos unmittelbar vorweg.
Maßnahmen der NASA nach dem Bericht
Die NASA veröffentlichte den Abschlussbericht am 14. September 2023 und gab die Ernennung eines Director of UAP Research bekannt. Nach Angaben der Behörde sollte dieser Direktor den Beitrag der NASA zu den umfassenderen Bemühungen der Regierung koordinieren, einschließlich Daten, künstlicher Intelligenz und wissenschaftlicher Analyse. [S5] Die Entscheidung zeigt, dass die Studie institutionelle Folgen hatte. Die NASA veröffentlichte nicht lediglich ein einmaliges Diskussionspapier.
Sie überführte die UAP-Forschung in eine fortlaufende Koordinierungsfunktion. Umfang und Ergebnisse dieser Funktion sollten dennoch anhand der späteren Arbeit gemessen und nicht allein aus der Ernennung abgeleitet werden.
Stigmatisierung und Behandlung des Studienteams
Während der öffentlichen Sitzung 2023 sprachen NASA-Verantwortliche über Belästigung und Stigmatisierung, denen Mitglieder des Studienteams ausgesetzt waren. Die abschließenden Empfehlungen der NASA betonten, Stigmatisierung könne die Qualität von Meldungen beeinträchtigen und von wissenschaftlicher Beteiligung abschrecken. [S4][S5] Dies ist relevant, muss jedoch sorgfältig eingeordnet werden. Stigmatisierung kann einen Datensatz verzerren, indem sie zu Untererfassung führt.
Sie ist kein Beleg dafür, dass die zugrunde liegende außergewöhnliche Hypothese zutrifft. Ebenso ist die Belästigung von Forschern unabhängig davon unangemessen, ob sich ihre späteren Schlussfolgerungen als richtig erweisen. Eine wissenschaftliche Kultur muss sowohl Untersuchung als auch Kritik ermöglichen.
Evidenzanalyse
Spergels Beitrag zu UAP besitzt eine ungewöhnlich belastbare Quellenprovenienz. Seine Ernennung ist durch die NASA dokumentiert. Der Auftrag des Teams ist öffentlich. Auch der Abschlussbericht ist öffentlich zugänglich.
Seine Empfehlungen sind eindeutig. Die wesentliche Einschränkung besteht darin, dass die Studie Methoden bewertete und kein Programm zur Klärung einzelner Fälle war. Spergel sollte daher nicht als Wissenschaftler dargestellt werden, auf den die Beschreibung "investigated UFO evidence and found X" zutrifft. Sein Team bewertete, wie die NASA künftige UAP wissenschaftlich untersuchen sollte.
Diese enger gefasste Rolle ist dennoch substanziell. Der Bericht wurde wohl zu einer der klarsten amtlichen Darstellungen der Datenstandards, die erfüllt sein müssen, bevor UAP belastbare wissenschaftliche Schlussfolgerungen stützen können.
Was gesichert ist
- Spergel ist ein hoch angesehener Astrophysiker, der wesentliche Beiträge zur modernen Kosmologie geleistet hat. [S1][S6]
- Die NASA ernannte ihn zum Vorsitzenden ihres UAP Independent Study Team. [S2][S3]
- Das Team bestand aus 16 Fachleuten und arbeitete nach formellen Verfahren der NASA und des FACA. [S3][S7]
- Die Studie befasste sich mit wissenschaftlicher Methodik und künftigen Daten, nicht mit der erneuten Untersuchung historischer UAP-Fälle. [S2][S5]
- Das Team kam zu dem Ergebnis, dass zu wenige hochwertige Beobachtungen vorlagen, um belastbare wissenschaftliche Schlüsse über die Natur von UAP zu ziehen. [S4][S5]
- Es empfahl eine kalibrierte Multisensorerfassung, vollständige Metadaten, den Einsatz von KI und maschinellem Lernen auf gut charakterisierten Daten, ein verbessertes Meldewesen und eine stärkere Nutzung der Fähigkeiten der NASA. [S4][S5]
- Anschließend richtete die NASA die Funktion eines UAP-Forschungsdirektors ein. [S5]
Was nicht gesichert ist
- Spergels Studie stellte nicht fest, dass UAP außerirdischen Ursprungs sind.
- Sie stellte nicht fest, dass jedes UAP eine konventionelle Erklärung besitzt.
Gesamtbewertung
David Spergel ist eine der wichtigsten wissenschaftlichen Persönlichkeiten für den Humans-Index von UAPRAD, weil er die bedeutendste zivile wissenschaftliche Untersuchung aus dem etablierten Forschungsbetrieb leitete, die sich mit der Frage befasste, wie UAP untersucht werden sollten. Die Bedeutung des NASA-Berichts liegt nicht darin, dass er das Phänomen geklärt hätte. Er leistete etwas Grundlegenderes: Er definierte, weshalb die vorhandene öffentliche Evidenz häufig nicht die Schlussfolgerungen tragen kann, die aus ihr gezogen werden. Kalibrierung, Metadaten, Entfernung und unabhängige Messung sind keine Verfahrensdetails.
Sie unterscheiden ein ungewöhnliches Bild von einer physikalisch eingegrenzten Beobachtung. Spergels eigene wissenschaftliche Laufbahn macht diesen Schwerpunkt besonders folgerichtig. Die moderne Präzisionskosmologie wurde leistungsfähig, weil sich Instrumente, statistische Schlussverfahren und die Behandlung von Beobachtungsunsicherheiten so weit verbesserten, dass aus spekulativen Fragen überprüfbare wurden. Die UAP-Studie der NASA formuliert stillschweigend eine vergleichbare Herausforderung.
Soll die UAP-Forschung zu einer ausgereiften Wissenschaft werden, muss sie Beobachtungen erzeugen, die für die Analyse konzipiert sind, statt sich vorwiegend auf zufällige Aufzeichnungen von Sensoren zu stützen, die für andere Aufgaben gebaut wurden. Spergel steht daher für methodische Zurückhaltung auf hoher institutioneller Ebene. Das Team verwarf UAP nicht und förderte keine außergewöhnlichen Deutungen. Es legte einen Fahrplan vor, auf dessen Grundlage sich außergewöhnliche Behauptungen künftig überprüfen ließen.
Vertrauensniveau nach Aussage
| Aussage | Vertrauen | Grundlage |
|---|---|---|
| Spergel ist ein führender Astrophysiker des etablierten Wissenschaftsbetriebs | Hoch | Princeton und Simons Foundation |
| Er leitete das UAP Independent Study Team der NASA | Hoch | Amtliche Unterlagen der NASA |
| Die Studie konzentrierte sich auf künftige Methodik und nicht auf die Beurteilung historischer Fälle | Hoch | Auftrag und Bericht der NASA |
| Das Team hielt den derzeitigen Bestand hochwertiger Daten für belastbare Schlüsse für unzureichend | Hoch | Abschlussbericht der NASA |
| Der Bericht empfiehlt Kalibrierung, Metadaten und Multisensorerfassung | Hoch | Abschlussbericht |
| Die NASA-Studie stellte einen außerirdischen Ursprung von UAP fest | Niedrig | Das tat sie ausdrücklich nicht |
| Spergels wichtigster UAP-Beitrag ist methodischer Art | Hoch | Umfang und Ergebnis der Studie |
Quellen
[S1] Primäre institutionelle Quelle — Simons Foundation. Biografie von David Spergel. https://www.simonsfoundation.org/people/david-spergel/
[S2] Primärquelle — NASA. "NASA to Discuss New Unidentified Aerial Phenomena Study Today," 9 June 2022. https://www.nasa.gov/news-release/nasa-to-discuss-new-unidentified-aerial-phenomena-study-today/
[S3] Primärquelle — NASA. "NASA Announces Unidentified Aerial Phenomena Study Team Members," 21 October 2022. https://www.nasa.gov/general/nasa-announces-unidentified-aerial-phenomena-study-team-members/
[S4] Primärquelle — NASA. Unidentified Anomalous Phenomena Independent Study Team Report, 14 September 2023. https://www.nasa.gov/wp-content/uploads/2023/09/uap-independent-study-team-final-report-0.pdf
[S5] Primärquelle — NASA. "NASA Shares UAP Independent Study Report; Names Director," 14 September 2023. https://www.nasa.gov/news-release/update-nasa-shares-uap-independent-study-report-names-director/
[S6] Primäre institutionelle Quelle — Princeton University. Biografie von David Spergel / emeritierter Forschungsnachweis. https://online.princeton.edu/people/david-spergel
[S7] Primärquelle — NASA Science. FAQ zur unabhängigen UAP-Studie und aktuelles Programmarchiv. https://science.nasa.gov/uap/faqs/
