Überblick

Im Jahr 2019 führte die United States Navy neue Verfahren für die Meldung von Begegnungen mit Unidentifizierte Luftphänomene (UAP). Die aktualisierten Leitlinien schufen ein formelles Verfahren, mit dem Navy-Personal ungeklärte Flugobjekte dokumentieren und melden konnte, die bei Militäroperationen und Übungen angetroffen wurden.

Die Ankündigung markierte die erste bedeutende Änderung der offiziellen US-Militärmeldeverfahren zu unidentifizierten Luftphänomenen seit Jahrzehnten. Sie spiegelte die wachsende Sorge im Department of Defense wider, dass ungeklärte Objekte im militärischen Luftraum potenzielle Gefahren für die Flugsicherheit und mögliche Risiken für die nationale Sicherheit darstellten.

Die Meldeverfahren wurden nach einer Reihe von Begegnungen von Navy-Piloten entwickelt, die sich hauptsächlich zwischen 2014 and 2015, ereignet hatten und von denen viele fortschrittliche Sensorsysteme an Bord von F/A-18 Super Hornet -Flugzeugen betrafen, die von der US-Ostküste aus operierten.

Die aktualisierten Leitlinien stellten eine wichtige Abkehr vom historischen Stigma rund um UFO-Meldungen dar und ermutigten Militärangehörige, Meldungen über offizielle Kanäle einzureichen.

Hintergrund

Nach der Schließung von Project Blue Book im Jahr 1969 hatte es in den US-Streitkräften kein öffentlich anerkanntes, standardisiertes militärisches Verfahren zur Meldung unidentifizierter Begegnungen in der Luft gegeben.

Obwohl Militärangehörige ungewöhnliche Sichtungen weiterhin intern meldeten, erklärten viele Flugzeugführer, Unsicherheit über Meldeverfahren und Sorge vor beruflicher Stigmatisierung hätten formelle Dokumentation erschwert.

Nach den Enthüllungen über das Advanced Aerospace Threat Identification Program (AATIP) im December 2017 veranlassten die erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit und das Interesse des Kongresses die Navy, ihre Verfahren zur Dokumentation ungeklärter Begegnungen in der Luft zu überprüfen.

Beamte erkannten, dass unidentifizierte Objekte in militärischen Übungsgebieten einer systematischen Analyse bedurften, unabhängig davon, ob sie sich letztlich als ausländische Technologie, Sensoranomalien oder tatsächlich unidentifizierte Phänomene erwiesen.

Aktualisierte Meldeverfahren

Im April 2019 berichteten mehrere Medienorganisationen, dass die Navy neue Leitlinien für Piloten und anderes Personal zur Meldung von UAP-Begegnungen einführte.

Die überarbeiteten Verfahren:

  • Schufen formelle Kanäle zur Meldung unidentifizierter Begegnungen in der Luft.
  • Standardisierten die Erfassung von Beobachtungs- und Sensordaten.
  • Verlangten, dass Meldungen über operative Befehlsketten eingereicht wurden.
  • Ermöglichten die Analyse von Informationen durch Geheimdienst- und Flugsicherheitsbeamte.
  • Zielten darauf ab, das institutionelle Stigma rund um die Meldung ungewöhnlicher Luftereignisse abzubauen.

Navy-Beamte betonten, dass Meldungen immer dann erfolgen sollten, wenn unidentifizierte Luftfahrzeuge oder Objekte in militärische Einsatzgebiete eindrangen, unabhängig davon, ob sie bedrohlich erschienen.

Die Verfahren sollten das Lagebewusstsein verbessern und zugleich sicherstellen, dass potenziell bedeutsame nachrichtendienstliche Informationen erhalten blieben.

Reaktion von Öffentlichkeit und Regierung

Die Nachricht über die aktualisierten Meldeverfahren fand breite Medienaufmerksamkeit und wurde von vielen Beobachtern als Hinweis darauf gewertet, dass das US-Militär unidentifizierte Begegnungen in der Luft ernster nahm.

Navy-Sprecher Joseph Gradisher bestätigte, dass die Teilstreitkraft wegen der potenziellen Sicherheits- und Schutzimplikationen unidentifizierter Objekte in der Nähe militärischer Luftfahrzeuge ein neues Verfahren zur Untersuchung von Meldungen einrichtete.

Auch Mitglieder des Kongresses zeigten wachsendes Interesse daran, die Natur der gemeldeten Vorfälle zu verstehen, und trugen damit zu einer umfassenderen Neubewertung der staatlichen Aufsicht über UAP-Untersuchungen bei.

Die überarbeiteten Verfahren halfen, Meldungen unter Militärangehörigen zu normalisieren, und legten die administrative Grundlage für spätere Regierungsinitiativen.

Historische Bedeutung

Die aktualisierten Meldeverfahren der Navy gelten weithin als eine der frühesten institutionellen Reformen der modernen Ära der UAP-Offenlegung.

Zu ihrer Bedeutung gehören:

  • Schaffung eines formellen militärischen Meldesystems für UAP.
  • Anerkennung von UAP als Frage der Flugsicherheit und nationalen Sicherheit.
  • Verringerung des Meldestigmas unter Militärangehörigen.
  • Verbesserte Erfassung operativer Daten und Sensordaten.
  • Grundlage für spätere Untersuchungen durch die UAP Task Force und danach das All-domain Anomaly Resolution Office (AARO).

Obwohl die Verfahren keine Bestätigung der Natur eines der gemeldeten Objekte darstellten, zeigten sie, dass das US-Militär unidentifizierte Begegnungen in der Luft für eine systematische Dokumentation und Analyse als relevant erachtete.

Quellen